Haushaltsroboter Memo: Sunday sammelt 165 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,15 Milliarden Dollar ein
Das Start-up Sunday aus dem Silicon Valley hat am 12. März 2026 eine überzeichnete Series-B-Runde über 165 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,15 Milliarden Dollar abgeschlossen, angeführt von Coatue. Sunday trainiert seinen Haushaltsroboter Memo mit Daten aus einem Sensorhandschuh statt per Teleoperation, startet im Herbst eine Beta in Privathaushalten und rechnet mit Auslieferungen in größerer Stückzahl 2027 bis 2028.
Sunday hat seinen Haushaltsroboter ohne eine einzige Sequenz aus Teleoperationsdaten trainiert, und Investoren bewerten diesen Ansatz nun mit 1,15 Milliarden Dollar. Das Start-up aus dem Silicon Valley teilte am 12. März 2026 mit, eine überzeichnete Series-B-Runde über 165 Millionen Dollar abgeschlossen zu haben. Mit dem Geld soll Memo, ein zweiarmiger Roboter, der Esstische abräumt und Geschirrspüler einräumt, aus der Vorführung in echte Wohnungen wechseln. Den Anfang macht ein Beta-Programm im Herbst.
Damit erreicht ein weiteres Robotikunternehmen eine Milliardenbewertung mit einem Produkt, das noch nicht ausgeliefert wird. Die Geldgeber kaufen dabei weniger eine Maschine als ein Verfahren zur Datenerhebung. Entscheidend ist, wie dieses Verfahren funktioniert, was die Bewertung im Vergleich zu Wettbewerbern bedeutet, die im selben Quartal Kapital aufgenommen haben, und welche Folgen sich für Europas Hausgeräte- und Automatisierungsindustrie ergeben.
Coatue führt eine Runde an, die auf den Markteintritt zielt
Angeführt wurde die Runde von Coatue, dessen Partner Thomas Laffont in den Verwaltungsrat einzieht, wie Sunday in einem Blogbeitrag mitteilte. Beteiligt sind zudem Bain Capital Ventures, Fidelity Management & Research Company, Tiger Global, Benchmark, Conviction und Xtal Ventures sowie weitere, nicht genannte Investoren. Ob die 1,15 Milliarden Dollar vor oder nach der Finanzierung gelten, ließ das Unternehmen offen, eine Aufschlüsselung der Mittelverwendung nannte es nicht. Nach eigenen Angaben hat Sunday die Entwicklung bereits verdreifacht, die Forschung vervierfacht und den Datenbetrieb verfünffacht. Rechnerisch entspricht die Runde 14,3 Prozent der genannten Bewertung.
Die Zusagen zum Produkt sind konkret. Die öffentliche Erprobung beginne mit einer Beta im Herbst, erklärte Sunday, noch in diesem Jahr solle der erste autonome Haushaltsroboter in Familien kommen. Laut der Beta-Seite ist die Teilnahme kostenlos und nur auf Einladung möglich. Die ersten Haushalte erhalten einen nummerierten Memo aus limitierter Serie, Sunday-Mitarbeiter liefern und richten ihn ein, die ersten 50 Teilnehmer bekommen zusätzlich eine Miniatur aus dem 3D-Drucker. Aufgaben lassen sich per Sprache oder App planen, und in der Beta will Sunday beaufsichtigten, kooperativen und vollständig autonomen Betrieb mischen. Der allgemeine Verkaufsstart hänge von der Beta ab, die Auslieferung in größerem Umfang erwartet das Unternehmen 2027 bis 2028. Eine Zahl, die Wettbewerber meist für sich behalten, legte Sunday offen. Ein Memo in Handarbeit zu bauen, koste derzeit rund 20.000 Dollar, die Serienfertigung solle das um mindestens 50 Prozent senken. Das entspräche Herstellkosten von höchstens 10.000 Dollar je Einheit. Einen Endkundenpreis will Sunday erst kurz vor dem Marktstart nennen.
Diese Bedingungen beschreiben ein Unternehmen, das noch beweisen muss, dass sein Roboter in einer fremden Küche ohne Aufsicht arbeitet. Wichtiger ist, wie es ihm das beibringen will.
Das eigentliche Kapital ist der Handschuh
Im Zentrum steht der Skill Capture Glove. Laut Sunday entspricht der Handschuh in Geometrie und Sensoranordnung exakt Memos Hand. Er erfasst Bewegungen über Kraftsensoren, Kameras und Gelenkpotentiometer. Sunday rekrutiert Datensammler, die das Unternehmen Memory Developers nennt und die mit dem Handschuh in ihren eigenen Wohnungen Hausarbeit erledigen. Auf seiner Website gibt Sunday an, Tausende Handschuhe in den Vereinigten Staaten verschickt zu haben. Eine Software namens Skill Transform entfernt anschließend menschliche Merkmale aus Bewegungs- und Bilddaten, sodass die Aufnahmen aussehen, als stammten sie von Memo selbst. Die Umwandlung gelinge in 90 Prozent der Fälle, teilte Sunday im November 2025 mit.
Der wirtschaftliche Unterschied ist erheblich. Bei der üblichen Teleoperation braucht jeder Datenstrom einen Roboter und einen geschulten Bediener, meist im Labor. Ein Handschuh kostet einen Bruchteil davon und kann in Tausenden Haushalten gleichzeitig getragen werden. In die Daten fließen so volle Arbeitsflächen, Haustiere und ungewöhnliche Grundrisse ein. Von der Datenerfassung bis zur ausgerollten Fähigkeit vergehe weniger als eine Woche, so Sunday.
Was diese Daten leisten, zeigte das erste Basismodell ACT-1, das Sunday am 19. November 2025 vorstellte. Bei der Aufgabe vom Esstisch zum Geschirrspüler führte der Roboter 33 verschiedene und insgesamt 68 feinmotorische Handgriffe an 21 Gegenständen aus, darunter Weingläser und Keramikteller, und legte dabei mehr als 130 Fuß zurück, rund 40 Meter. In unbekannten Airbnb-Wohnungen fand das Modell Tisch und Spülmaschine anhand einer 3D-Karte. Nach Darstellung des Unternehmens verbindet ACT-1 als erstes einzelnes End-to-End-Modell lange Manipulationsketten mit kartengestützter Navigation. Gezeigt wurden auch das Zusammenlegen von Socken und das Zubereiten eines Espressos. Eine Angabe relativiert die Vorführungen. Die Datensammler arbeiten laut Sunday mit etwa halber natürlicher Geschwindigkeit, die Modelle laufen mit 60 bis 80 Prozent dieses Tempos. Nach unserer Rechnung arbeitet Memo damit mit rund 30 bis 40 Prozent der Geschwindigkeit eines Menschen.
Memo gibt nach, wenn man ihn anstößt
Den technischen Daten zufolge ist Memo 1,7 Meter groß und 170 Pfund schwer, rund 77 Kilogramm, erreicht horizontal 0,8 und vertikal 2,1 Meter und hat 27 Freiheitsgrade, verteilt auf zwei Arme mit je sieben, zwei Hände mit je vier Gelenken sowie Rumpf und Unterbau. Er fährt höchstens 1 Meter pro Sekunde und arbeitet vier Stunden nach einer Stunde Ladezeit, das selbstständige Laden soll in der Beta verfügbar sein. Anders als Humanoide, die zum Balancieren ständig Energie brauchen, sei Memo passiv stabil und bleibe bei Stromausfall in jeder Stellung stehen, betont Sunday. Dank nachgiebiger Regelung weiche er bei Berührung aus. Daten aus Kundenhaushalten benötige das Training nicht.
Die Lebensläufe der Gründer erklären das Vertrauen der Investoren. Vorstandschef Tony Zhao brach 2024 seine Promotion in Stanford bei Sergey Levine und Chelsea Finn ab, leitete das ALOHA-Projekt und arbeitete bei Google DeepMind und Tesla Autopilot. Technikchef Cheng Chi promovierte an der Columbia University bei Shuran Song und entwickelte Diffusion Policy. Sunday schreibt beiden ALOHA, Diffusion Policy und den UMI-Greifer zu.
Wettbewerber sammelten mehr ein, legten aber weniger offen
Im Vergleich zu den größten Robotik-KI-Runden des Quartals fällt Sundays Betrag klein aus. Skild AI nahm am 14. Januar 1,4 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 14 Milliarden Dollar auf, Apptronik schloss am 11. Februar eine Erweiterung über 520 Millionen Dollar ab, die die Series A auf mehr als 935 Millionen Dollar brachte, und die Rivian-Ausgründung Mind Robotics sammelte am 11. März 500 Millionen Dollar ein. In Europa liegen die jüngsten in der ROBOTNESS-Datenbank erfassten Runden deutlich darunter. Die französische Genesis AI meldete im Juni 2025 105 Millionen Dollar, die italienische Generative Bionics im Dezember 2025 eine Seed-Runde über 81 Millionen Dollar.
- Sunday
- US
- Series B
- 2026-03-12
- 165
- 1,15
- 14,3
- Skild AI
- US
- Series C
- 2026-01-14
- 1400
- 14
- 10
- Apptronik
- US
- Series A-X
- 2026-02-11
- 520
- Keine Daten
- Keine Daten
- Mind Robotics
- US
- Series A
- 2026-03-11
- 500
- Keine Daten
- Keine Daten
- Figure AI
- US
- Series C
- 2025-09-16
- 1000
- 39
- 2,6
- Dyna Robotics
- US
- Series A
- 2025-09-15
- 120
- Keine Daten
- Keine Daten
- Genesis AI
- FR
- Launch round
- 2025-06-30
- 105
- Keine Daten
- Keine Daten
- Generative Bionics
- IT
- Seed
- 2025-12-09
- 81
- Keine Daten
- Keine Daten
Primärmitteilungen der Unternehmen laut ROBOTNESS-Datenbank, keine Schätzungen. Betrag in % der Bewertung = Betrag / offengelegte Bewertung x 100. Sunday nannte nicht, ob 1,15 Mrd. US$ vor oder nach der Finanzierung gelten. Apptronik nur Erweiterung vom Februar 2026. Leer = nicht offengelegt.
Stand: 1. Okt. 2026
Sundays Runde entspricht 14,3 Prozent der Bewertung, bei Skild AI sind es 10,0 Prozent, bei Figures Series C vom September 2025 2,6 Prozent. Die Investoren erwerben also einen größeren Anteil an einem jüngeren Unternehmen. Die vier in der ROBOTNESS-Datenbank für Januar bis März 2026 erfassten US-Robotikrunden summieren sich auf 2,585 Milliarden Dollar, Sundays Anteil beträgt 6,4 Prozent. Im Heimbereich verkauft 1X seinen Humanoiden NEO für 20.000 Dollar im Vorabzugang oder 499 Dollar im Monat.
- Höhe (cm)
- 170
- 107
- Gewicht (kg)
- 77,1
- 22,7
- Freiheitsgrade
- 27
- 29
- Akkulaufzeit (h)
- 4
- 3 bis 3,5
- Wichtigste Trainingsdaten
- Demonstrationen mit Skill Capture Glove, keine Teleoperation
- Vortrainierte Policies und Ganzkörper-Teleoperation
- Herstellkosten in Handarbeit (US$)
- 20.000
- Keine Daten
- Arbeitstempo im Vergleich zum Menschen (%)
- 30 bis 40
- Keine Daten
Memo laut Technik- und Beta-Seite von Sunday (abgerufen 2026-10-01), Sprout laut Mitteilung von Fauna Robotics vom 27. Januar 2026. Gewicht Memo = 170 lb x 0,4536. Freiheitsgrade = Arme 2x7 + Hände 2x4 + Rumpf 1 + Unterbau 4. Tempo = Demonstrationstempo (rund 50 % des Menschen) x Modelltempo (60 bis 80 % der Daten). Offengelegte Werte, keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
ROBOTNESS-Analyse
Coatue und die Mitinvestoren bewerten Sunday als Datenunternehmen, das zufällig auch einen Roboter baut, und die Beta im Herbst ist der erste öffentliche Test, ob per Handschuh gesammelte menschliche Demonstrationen schneller zu Autonomie im Haushalt führen als Teleoperationsflotten.
Dafür sprechen Sundays eigene Prioritäten. Von den drei ausgebauten Teams wuchs der Datenbetrieb am stärksten, auf das Fünffache. Die Finanzierung kam 113 Tage nach den ACT-1-Ergebnissen, dem ersten öffentlichen Beleg, dass sich Handschuhdaten übertragen lassen. Die Hardware behandelt Sunday als Kostenblock, der halbiert werden soll, nicht als Alleinstellungsmerkmal.
Für Europa ist das eine unbequeme Botschaft. Hausgerätehersteller wie Miele oder BSH kennen Geschirrspüler und Küchen besser als jedes Start-up, und der deutsche Mittelstand liefert Antriebe, Getriebe und Sensorik in Weltklasse. Sundays Modell legt aber nahe, dass der Wert im Heimroboter weniger in der Mechanik als im Netz der Datensammler liegt. Wir halten es für wahrscheinlich, dass europäische Anbieter eher als Zulieferer in solche Plattformen eingebunden werden, sofern sie nicht eigene Datennetze aufbauen. Hinzu kommt die Regulierung. Ein Roboter, der in Wohnungen filmt, müsste in der EU strenge Datenschutzanforderungen erfüllen, auch wenn Sunday betont, für das Training keine Kundendaten zu benötigen.
Das stärkste Gegenargument lautet, dass der Handschuh Handgriffe erfasst, aber keine Fehler. Wer einen heruntergefallenen Teller oder eine blockierte Tür bewältigen soll, muss aus eigenen Fehlern lernen, und auch Sunday will in der Beta Aufsicht und Autonomie mischen. Ein Roboter mit 30 bis 40 Prozent menschlichen Tempos und 20.000 Dollar Herstellkosten muss zudem einen Verbrauchernutzen belegen, den 1X bereits mit einem öffentlichen Preis zur Diskussion stellt.
Positives Szenario. Beta-Haushalte berichten, dass Memo Abräumen und Einräumen ohne Aufsicht erledigt, die Herstellkosten sinken vor 2027 Richtung 10.000 Dollar, und das Handschuhnetz erweitert die Fähigkeiten Woche für Woche. Sunday hätte dann einen Datenvorsprung, den teleoperationsgetriebene Wettbewerber nicht schnell kaufen können.
Negatives Szenario. Die Autonomie in fremden Wohnungen bleibt lückenhaft, die Beta stark beaufsichtigt, und die Serienauslieferung rutscht hinter 2028. Die Bewertung stützte sich dann auf eine Datenpipeline ohne Produkt, während größere Rivalen im selben Quartal ein Vielfaches einsammelten.
Drei Signale entscheiden über die These. Erstens die Zahl der Beta-Haushalte und der Anteil unbeaufsichtigter Aufgaben nach dem Start im Herbst 2026. Zweitens ein benannter Fertigungspartner oder neue Kostenangaben bis Ende 2026. Drittens ein Nachfolgemodell von ACT-1 mit veröffentlichten Erfolgsquoten in unbekannten Wohnungen im ersten Halbjahr 2027.
Offen bleibt vor allem das Tempo. Ein Roboter, der den Tisch dreimal langsamer abräumt als ein Mensch, kann sich dennoch lohnen, wenn er arbeitet, während die Familie schläft. Ob Haushalte das so sehen, wird die Beta zeigen.
- Series B über 165 Mio. US$, überzeichnet
- 1,15 Mrd. US$ (Basis nicht genannt)
- 12. März 2026, Sunday-Blog
- Coatue, Thomas Laffont zieht in den Verwaltungsrat ein
- Bain Capital Ventures, Fidelity, Tiger Global, Benchmark, Conviction, Xtal Ventures
- Entwicklung x3, Forschung x4, Datenbetrieb x5
- Beta auf Einladung ab Herbst 2026, Serienauslieferung 2027 bis 2028 erwartet
- rund 20.000 US$ je Einheit in Handarbeit, Ziel mindestens 50 % weniger
- ACT-1, vorgestellt am 19. November 2025, ohne Roboterdaten trainiert
- Tony Zhao (CEO, ALOHA), Cheng Chi (CTO, Diffusion Policy)
Warum das wichtig ist
Sunday ist der bislang klarste Test einer Frage, an der sich die Robotik-KI-Branche spaltet, nämlich ob menschliche Demonstrationen aus einem eigens entwickelten Wearable die Teleoperation als wichtigste Trainingsquelle ersetzen können. Der Großteil des Kapitals im Quartal floss an Unternehmen, die Daten auf eigenen Robotern sammeln, etwa Figure und Apptronik, oder an Anbieter universeller Modelle für viele Roboterkörper wie Skild AI. Sunday steht dazwischen. Es baut einen eigenen Roboter, braucht ihn aber nicht für die Datenerhebung.
Eine Milliardenbewertung für ein noch nicht ausgeliefertes Produkt verschiebt zudem die Erwartungen im Heimsegment. Gelingt die Beta, entscheidet sich der Wettbewerb eher über Datenmenge und Iterationstempo als über Hardwaredaten. Für Europas Industrie, deren Stärke in Präzisionsmechanik liegt, ist das eine strategische Herausforderung.
Wettbewerbsanalyse
Im Haushalt ist 1X der direkteste Konkurrent. 1X verkauft NEO im Vorabzugang für 20.000 Dollar oder für 499 Dollar im Monat mit bevorzugter Lieferung 2026 und erklärte im Januar 2026, NEO lerne über ein Weltmodell aus Videos. 1X setzt auf die humanoide Form und einen öffentlichen Preis, Sunday auf eine nach eigenen Angaben stromlos stabile Bauweise und offengelegte Herstellkosten.
In Europa sind die vergleichbaren Kapitalrunden kleiner. Genesis AI aus Frankreich meldete 105 Millionen Dollar für ein universelles Robotik-Basismodell, Generative Bionics aus Italien 81 Millionen Dollar Seed-Kapital. Neura Robotics aus Metzingen verfolgt mit kognitiven Robotern einen hardwarenäheren Ansatz. Nach Kenntnis von ROBOTNESS hat keines dieser Unternehmen bislang eine Datenerhebung über ein Netz privater Haushalte vergleichbar mit Sundays Handschuhprogramm öffentlich beschrieben.
Gegenüber Modellanbietern geht es um Daten. Skild AI sammelte 1,4 Milliarden Dollar für ein Modell, das auf vielen Roboterkörpern laufen soll. Sunday bindet sein Modell eng an eine Handkonstruktion und erreicht so 90 Prozent Übertragungsquote, mit geringerer Breite, aber höherer Datendichte.
Bewertungskontext
Sundays 165 Millionen Dollar entsprechen 14,3 Prozent der genannten Bewertung von 1,15 Milliarden Dollar. Bei Skild AI waren es 10,0 Prozent von 14 Milliarden Dollar, bei Figures Series C vom September 2025 2,6 Prozent von 39 Milliarden Dollar. Formel: Rundenbetrag geteilt durch offengelegte Bewertung. Ein höherer Wert ist typisch für ein früheres Stadium und bedeutet, dass Altgesellschafter für dasselbe Geld mehr Anteile abgeben.
Weil Sunday Pre- und Post-Money nicht unterscheidet, berechnet ROBOTNESS weder eine Pre-Money-Bewertung noch einen Bewertungssprung. Frühere Rundengrößen nennt das Unternehmen auf seinen Seiten nicht. In der ROBOTNESS-Datenbank macht Sundays Runde 6,4 Prozent der 2,585 Milliarden Dollar aus, die in den vier erfassten US-Robotikrunden des ersten Quartals 2026 flossen.
Folgen für die Lieferkette
Sunday gibt an, vom Handschuh bis zu Konstruktion und Fertigung alles selbst zu verantworten, nennt aber weder Auftragsfertiger noch Lieferanten für Antriebe oder Rechner. Memo hat 27 Freiheitsgrade und damit mindestens 27 Gelenkantriebe je Einheit. Die Hand muss dem Handschuh in Geometrie und Sensorik exakt entsprechen und ist damit das am stärksten kundenspezifische Bauteil.
Die Herstellkosten von rund 20.000 Dollar und das Ziel einer Halbierung sind die zentrale Kennzahl. Eine Halbierung bei kleinen Stückzahlen gelingt meist nur durch Volumenlieferanten für Motoren, Getriebe, Gussteile und Verkleidungen, die überwiegend in Asien sitzen. Europäische Spezialisten für Getriebe, Antriebe und Sensorik könnten bei Präzisionsteilen der Hand zum Zug kommen, wenn Sunday Qualität über reinen Preis stellt.
Worauf jetzt zu achten ist
Erster Prüfstein ist der Beta-Start im Herbst 2026. Zu beobachten sind die Zahl der Haushalte, der Anteil unbeaufsichtigter Aufgaben und ob das selbstständige Laden wie angekündigt kommt. Da Sunday den Verkaufsstart von der Beta abhängig macht, würde jede Verzögerung das Zeitfenster 2027 bis 2028 verschieben.
Bei den Kosten zählt ein benannter Fertigungspartner oder eine aktualisierte Kostenangabe bis Ende 2026, beim Modell ein Nachfolger von ACT-1 mit Erfolgsquoten in unbekannten Wohnungen. Eine Form-D-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC würde zeigen, ob die Series B im genannten Umfang geschlossen wurde.
Analystensicht
These: Sunday ist ein Datenunternehmen mit eigenem Roboter, und seine Bewertung ist eine Wette darauf, dass ein Handschuhnetz mehr Daten liefert als Teleoperationsflotten. Zuversicht: mittel. Die Methode ist angesichts der Gründerbiografien und der ACT-1-Ergebnisse glaubwürdig, Kosten und Zeitplan sind für die Branche ungewöhnlich konkret.
Höher fällt die Zuversicht nicht aus, weil die Belege aus inszenierten Aufgaben und kurzen Tests in Mietwohnungen stammen, Memo nur 30 bis 40 Prozent menschlichen Tempos erreicht und die Beta Aufsicht einschließt. Berichte über unbeaufsichtigte Arbeit in Dutzenden Haushalten würden unsere Einschätzung verbessern, eine Verschiebung der Beta auf 2027 oder stagnierende Kosten sie verschlechtern.
Offene Fragen
Wie viele Memory Developers und Handschuhe sind aktiv, und wie viele Stunden Handschuhdaten erhebt Sunday pro Woche?
Welcher Anteil der Beta-Aufgaben soll in den ersten drei Monaten völlig ohne Aufsicht laufen, und wie werden Fehler im Haushalt behandelt?
Welche Bauteile treiben die Herstellkosten von 20.000 Dollar, und mit welchen Lieferanten und an welchem Standort soll die Halbierung gelingen?
Ist die Bewertung von 1,15 Milliarden Dollar Pre- oder Post-Money, und wie viel Kapital hat Sunday seit der Gründung insgesamt aufgenommen?
