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BMW holt erstmals einen Humanoiden in die deutsche Produktion und setzt Hexagons AEON in Leipzig an Hochvoltbatterien

Die BMW Group hat am 27. Februar 2026 angekündigt, im Werk Leipzig den rollenden Humanoiden AEON von Hexagon Robotics in der Hochvoltbatterie-Montage und Komponentenfertigung zu erproben; nach einem ersten Test im Dezember 2025 soll die eigentliche Pilotphase im Sommer 2026 beginnen. Zugleich gründete der Konzern in München ein Center of Competence for Physical AI in Production und legte Zahlen aus Spartanburg vor, wo Figure 02 in rund 1.250 Stunden mehr als 90.000 Teile bewegte.

ROBOTNESS-Redaktion5 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Der Humanoide, den BMW im vergangenen Jahr in South Carolina einsetzte, bewegte in rund 1.250 Betriebsstunden mehr als 90.000 Blechteile. Nach Rechnung von ROBOTNESS sind das 72 Teile je Stunde oder drei je BMW X3, an dessen Bau er mitwirkte. Für die BMW Group reicht das Ergebnis für einen zweiten Anlauf, diesmal in Deutschland, mit einem anderen Roboter und einem anderen Lieferanten.

Der Autobauer teilte am 27. Februar 2026 mit, dass das Werk Leipzig das erste europäische Pilotprojekt mit humanoiden Robotern in der Produktion übernimmt. Eingesetzt wird AEON, ein Humanoide auf Rädern von Hexagon Robotics aus Zürich. Zugleich richtete BMW ein Center of Competence for Physical AI in Production ein, das KI und Robotik im weltweiten Produktionsnetz verankern soll. Für Zulieferer und Maschinenbauer ist die spannendere Frage, warum ein Hersteller mit einem funktionierenden Figure-Piloten einen zweiten Anbieter ins Haus holt.

Leipzig gibt dem Roboter Batteriearbeit, keine Vorzeigeaufgabe

Nach Angaben von BMW lief der erste Testeinsatz von AEON in Leipzig im Dezember 2025. Ein weiterer Test war für April 2026 geplant, die eigentliche Pilotphase für den Sommer 2026. Vorgesehen sind die Montage von Hochvoltbatterien und die Komponentenfertigung. Der Roboter lasse sich mit unterschiedlichen Hand- und Greifelementen sowie Scanwerkzeugen bestücken und bewege sich auf Rädern, was den Wechsel zwischen Fertigungsbereichen erleichtere, so BMW. Hexagon nennt für AEON 165 cm Größe, 60 kg Gewicht, eine Höchstgeschwindigkeit von 2,4 m/s, 34 Freiheitsgrade, 15 kg kurzzeitige und 8 kg dauerhafte Traglast, bis zu vier Stunden Laufzeit je Ladung und einen automatischen Akkuwechsel.

Das Werk ist ein anspruchsvoller Einsatzort. Leipzig beschäftigt rund 6.800 Menschen und baute 2025 laut BMW-Werksseite 259.430 Fahrzeuge, etwa 1.300 am Tag. Auf einer Linie laufen BMW 1er, 2er Gran Coupé, 2er Active Tourer und MINI Countryman, also vier Modelle, drei Antriebsarten und zwei Marken im Mix. Dazu fertigt der Standort Hochvoltspeicher-Komponenten. Genau dort setzt der Pilot an. Aufschlussreicher als die Wahl der Station ist allerdings die Wahl des Lieferanten.

BMW setzt auf einen Messtechnikkonzern aus dem eigenen Lieferantenkreis

Die Hexagon AB ist ein in Stockholm notierter Anbieter von Mess- und Sensortechnik sowie Industriesoftware. Bei der Vorstellung von AEON am 17. Juni 2025 nannte der Konzern rund 24.800 Beschäftigte und einen Nettoumsatz von etwa 5,4 Mrd. Euro. AEON ist sein erster Humanoide. Hexagon erklärte damals, der Roboter rechne mit NVIDIA-Jetson-Prozessoren, werde in NVIDIA Omniverse simuliert und auf Microsoft Azure trainiert, nutze Aktoren von maxon und gehe mit Schaeffler und Pilatus Aircraft in Pilotprojekte. BMW bezeichnet Hexagon als langjährigen Partner für Sensortechnik und Software. Arnaud Robert, Präsident von Hexagon Robotics, sagte, man freue sich, humanoide Roboter gemeinsam mit BMW in reale Arbeitsumgebungen zu bringen.

Zwischen der Präsentation von AEON und dem ersten Test in einem BMW-Werk lagen etwa sechs Monate. Für ein Erstprodukt ist das schnell, möglich wurde es, weil Hexagon bereits als Lieferant freigegeben war. Den Maßstab liefert Spartanburg.

Spartanburg setzt die Latte bei 72 Teilen je Stunde

Laut BMW arbeitete Figure 02 im Jahr 2025 zehn Monate lang montags bis freitags in Zehn-Stunden-Schichten. Der Roboter entnahm Blechteile und legte sie millimetergenau für den Schweißprozess ab. Er kam auf rund 1.250 Betriebsstunden, unterstützte die Produktion von mehr als 30.000 X3 und legte etwa 1,2 Millionen Schritte zurück. Den Nachfolger Figure 03 prüft BMW für weitere Einsatzfälle.

Was der erste Humanoiden-Pilot von BMW geleistet hat und in welches Werk der zweite kommt
  • Betriebsstunden Figure 02, Spartanburg 2025
    Wert
    1.250
    Grundlage
    BMW, rund
  • Unterstützte BMW X3
    Wert
    30.000
    Grundlage
    BMW, mehr als
  • Bewegte Bauteile
    Wert
    90.000
    Grundlage
    BMW, mehr als
  • Schritte
    Wert
    1.200.000
    Grundlage
    BMW, rund
  • Bauteile je Betriebsstunde
    Wert
    72
    Grundlage
    ROBOTNESS: 90.000 / 1.250
  • Bauteile je unterstütztem X3
    Wert
    3
    Grundlage
    ROBOTNESS: 90.000 / 30.000
  • Schritte je Betriebsstunde
    Wert
    960
    Grundlage
    ROBOTNESS: 1.200.000 / 1.250
  • Rechnerische Zehn-Stunden-Schichten
    Wert
    125
    Grundlage
    ROBOTNESS: 1.250 / 10
  • Werk Leipzig, Fahrzeuge 2025
    Wert
    259.430
    Grundlage
    BMW Werksseite
  • Werk Leipzig, Beschäftigte
    Wert
    6.800
    Grundlage
    BMW Werksseite, rund

Ausgangswerte laut BMW Group vom 27. Februar 2026 und Werksseite Leipzig; BMW rundet (rund, mehr als), abgeleitete Quoten sind daher Näherungswerte. Formel: Rate = Gesamtmenge / Betriebsstunden. Taktzeiten, Verfügbarkeit und ein Vergleichswert für menschliche Arbeit wurden nicht veröffentlicht.

Stand: 1. Okt. 2026

Es sind Pilotwerte an einer einzigen Station. Taktzeiten, Verfügbarkeit, die Leistung eines Werkers an derselben Aufgabe und die Kosten je Stunde nannte BMW nicht. Genau diese vier Werte bräuchte ein Werkleiter vor einer Flottenbestellung. Die Mitteilung setzt den Akzent woanders.

Investiert wird in ein Auswahlverfahren, nicht in eine Bestellung

Das neue Kompetenzzentrum sitzt in München und wird von Teamleiter Felix Haeckel geführt. Technologiepartner würden nach definierten Reife- und Industrialisierungskriterien bewertet, zunächst theoretisch, dann im Labor, dann im Werkspiloten, teilte BMW mit. Isolierte Datensilos habe man durch ein einheitliches IT- und Datenmodell ersetzt, sodass Roboter über Standardschnittstellen an die Produktion andocken. Produktionsvorstand Milan Nedeljković sagte, die Digitalisierung stärke die Wettbewerbsfähigkeit der BMW-Produktion in Europa und weltweit. Michael Nikolaides, verantwortlich für das Produktionsnetzwerk, will neue Technologien früh in die Fertigung bringen. Ziel sei es, Beschäftigte von belastenden Tätigkeiten zu entlasten, erklärte das Unternehmen.

BMW ist mit dem Thema nicht allein. Mercedes-Benz beteiligte sich laut Apptronik im März 2025 am Nachschlag der Series A und im Februar 2026 an der 520 Mio. US-Dollar schweren Series A-X. Boston Dynamics, Tochter der Hyundai Motor Group, kündigte im Januar die Serienfertigung des Atlas an. Schaeffler, einer der AEON-Pilotkunden, stieg später bei NEURA Robotics und bei Humanoid aus London ein.

Humanoid-Hersteller mit Bezug zu europäischen Autobauern und Zulieferern in den ROBOTNESS-Daten
  • Hexagon Robotics (AEON)
    Sitz
    Zürich (Sparte der Hexagon AB, Stockholm)
    Belegte Industrieverbindung
    Pilot im BMW Werk Leipzig; Piloten mit Schaeffler und Pilatus zum Marktstart genannt
    Offengelegte Finanzierung in ROBOTNESS (Mio. USD)
    Keine Daten
    Letzte erfasste Runde
    Keine (finanziert vom börsennotierten Mutterkonzern)
    Letzte offengelegte Post-Money-Bewertung (Mio. USD)
    Keine Daten
  • Figure AI
    Sitz
    USA
    Belegte Industrieverbindung
    BMW Werk Spartanburg (Figure 02 im Jahr 2025)
    Offengelegte Finanzierung in ROBOTNESS (Mio. USD)
    1745
    Letzte erfasste Runde
    Series C, 16.09.2025
    Letzte offengelegte Post-Money-Bewertung (Mio. USD)
    39.000
  • Apptronik
    Sitz
    USA
    Belegte Industrieverbindung
    Mercedes-Benz beteiligte sich am Series-A-Nachschlag und an der Series A-X
    Offengelegte Finanzierung in ROBOTNESS (Mio. USD)
    923
    Letzte erfasste Runde
    Series A-X, 11.02.2026
    Letzte offengelegte Post-Money-Bewertung (Mio. USD)
    Keine Daten
  • Humanoid
    Sitz
    Großbritannien
    Belegte Industrieverbindung
    Schaeffler und Bosch in der Series A
    Offengelegte Finanzierung in ROBOTNESS (Mio. USD)
    152
    Letzte erfasste Runde
    Series A, 21.07.2026
    Letzte offengelegte Post-Money-Bewertung (Mio. USD)
    1.350
  • NEURA Robotics
    Sitz
    Deutschland
    Belegte Industrieverbindung
    Schaeffler und Bosch in der Series C
    Offengelegte Finanzierung in ROBOTNESS (Mio. USD)
    Keine Daten
    Letzte erfasste Runde
    Series C, 10.06.2026
    Letzte offengelegte Post-Money-Bewertung (Mio. USD)
    Keine Daten

Summe der in ROBOTNESS aus Unternehmens- und Investorenmitteilungen gespeicherten Runden, keine Schätzungen: Figure AI 70 + 675 + 1.000 = 1.745; Apptronik 350 + 53 + 520 = 923. NEURA nannte für die Series C nur einen Höchstbetrag, daher ist kein Wert erfasst. Die Runden von Humanoid und NEURA liegen nach der BMW-Mitteilung vom 27. Februar 2026. Hexagon weist AEON-Investitionen nicht gesondert aus.

Stand: 1. Okt. 2026

ROBOTNESS-Analyse

BMW baut ein Lieferantensystem für Humanoide auf, bevor irgendein Anbieter einen Business Case belegt hat, und der zweite Lieferant ist wichtiger als der zweite Roboter.

Der Beleg liegt in der Struktur. BMW setzt in den USA ein Start-up und in Europa einen Industrielieferanten ein, beide unter einem Datenmodell und einer zentralen Prüfinstanz in München. Nach demselben Muster kaufen Autobauer Schweißroboter und Pressen, mit mehreren freigegebenen Lieferanten und einheitlichen Schnittstellen, was ihnen Preismacht verschafft, sobald Volumen entsteht. Die rund 72 Teile je Stunde aus Spartanburg geben BMW einen Referenzwert, an dem sich AEON messen lassen muss.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass der Pilot bislang wenig beweist. AEON ist ein Erstlingsprodukt eines Konzerns, dessen Kerngeschäft Messtechnik ist, das Fahrwerk auf Rädern eignet sich nur für ebene Hallenböden, und Wirtschaftlichkeitszahlen hat BMW nicht genannt. Skeptiker können Leipzig als Entgegenkommen gegenüber einem langjährigen Lieferanten lesen, nicht als Wettbewerb.

Im positiven Szenario erreicht oder übertrifft AEON in der Batteriemontage die Rate aus Spartanburg, BMW benennt über das Münchner Zentrum einen dritten Anbieter, und Humanoide werden bis 2027 zur Standardposition in europäischen Werksausschreibungen mit Wettbewerbspreisen. Im negativen Szenario erweist sich die Batteriearbeit für einen Roboter mit 8 kg Dauertraglast als zu variabel, der Sommerpilot bleibt im Testbereich, und das Kompetenzzentrum wird zur Forschungsabteilung.

Seit der Ankündigung teilte Hexagon am 12. Juni 2026 mit, AEON übernehme in Leipzig Produktionsaufgaben, die Batteriemontage solle in späteren Phasen aus der Innovation Garage des Werks in die Fertigung wandern, und bis Ende 2026 werde AEON in der Produktion eingesetzt. Figure meldete am 30. Juni 2026, dass Figure 03 in Halle 52 in Spartanburg arbeitet.

Für den deutschen Maschinenbau und den Mittelstand ist die Botschaft klar. Ein Premiumhersteller definiert gerade, welche Schnittstellen, Daten und Nachweise ein Humanoide braucht, um in eine Fabrik zu dürfen. Wer Greifer, Aktoren, Sensorik oder Integrationsleistungen liefern will, sollte diese Kriterien kennen, bevor sie in Lastenhefte wandern. Hinzu kommt die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 verpflichtend gilt und nach Angaben der EU-Kommission Bestimmungen für Maschinen mit KI-gestützten Sicherheitsfunktionen enthält.

Drei Signale entscheiden über die These. Erstens, ob AEON bis zum 31. Dezember 2026, dem von Hexagon genannten Termin, in Leipzig regulär produziert. Zweitens, wie BMW und Hexagon den Konformitätsweg unter der Maschinenverordnung ab 20. Januar 2027 beschreiben. Drittens, ob BMW in der Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2026 im Frühjahr 2027 einen dritten Humanoiden-Partner oder ein zweites europäisches Werk nennt.

Eckdaten
Mitteilung
27. Februar 2026, BMW Group, München
Roboter
AEON von Hexagon Robotics (Zürich), Humanoide auf Rädern
Werk
BMW Group Werk Leipzig, erster Humanoiden-Pilot in der deutschen BMW-Produktion
Geplante Aufgaben
Hochvoltbatterie-Montage und Komponentenfertigung
Zeitplan
Erster Test Dezember 2025; weiterer Test April 2026; Pilotphase Sommer 2026
AEON-Daten (Hexagon)
165 cm, 60 kg, 2,4 m/s, 34 Freiheitsgrade, 15 kg Kurzzeit-Traglast, bis 4 h je Ladung, automatischer Akkuwechsel
Spartanburg 2025 (Figure 02)
Rund 1.250 Stunden, mehr als 30.000 X3, mehr als 90.000 Teile, etwa 1,2 Mio. Schritte
Abgeleitete Rate
Rund 72 Teile je Betriebsstunde (ROBOTNESS-Rechnung)
Neue Einheit
Center of Competence for Physical AI in Production, München
Werk Leipzig
Rund 6.800 Beschäftigte; 259.430 Fahrzeuge 2025
Regulierung
EU-Maschinenverordnung verpflichtend ab 20. Januar 2027
Quellen
ROBOTNESS Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Mit der Mitteilung wird aus einem US-Experiment ein Programm über mehrere Werke und Lieferanten hinweg, und zwar bei einem der größten europäischen Autobauer. Entscheidend für die Branche ist die Prüfinstanz in München, an der Partner nach Reife- und Industrialisierungskriterien bewertet werden und Theorie, Labor und Werk durchlaufen. Das ist ein Beschaffungsprozess, und Beschaffungsprozesse überdauern einzelne Piloten.

    Damit ändern sich die Anforderungen an Anbieter, die europäische Werke beliefern wollen. Sie müssen sich in BMWs einheitliches Datenmodell und die Standardschnittstellen einfügen und die Referenz von rund 72 Teilen je Stunde aus Spartanburg schlagen. Start-ups mit geschlossenem Software-Stack tun sich damit schwerer als Zulieferer, die bereits an die IT eines Herstellers angebunden sind. In genau dieser Position ist Hexagon.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Figure AI ist der etablierte Anbieter bei BMW und der kapitalstärkste Wettbewerber in unserer Tabelle, mit 1.745 Mio. US-Dollar offengelegter Finanzierung und 39 Mrd. US-Dollar Post-Money-Bewertung im September 2025. Seine Stärken sind ein eigenes KI-Modell und zweibeinige Roboter. Hexagon hält mit der bestehenden Kundenbeziehung, der Messtechnik-Herkunft und einem Radfahrwerk dagegen, das sich auf ebenen Hallenböden einfacher absichern lässt.

    In Deutschland verteilen die großen Zulieferer ihre Wetten. Schaeffler ist AEON-Pilotkunde und beteiligte sich 2026 zusammen mit Bosch sowohl an NEURA Robotics als auch an Humanoid. Mercedes-Benz hält es mit Apptronik. Für NEURA als deutschen Herausforderer ist der BMW-Schritt ein Hinweis, dass Hersteller den Zugang über Lieferantenfreigaben und Datenintegration regeln, nicht über Finanzierungsrunden.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Hexagon weist für AEON weder Investitionen noch Umsatz gesondert aus, ein direkter Bewertungsanker fehlt daher. Vergleichbare private Bewertungen in ROBOTNESS sind Figure AI mit 39 Mrd. US-Dollar (September 2025) und Humanoid mit 1,35 Mrd. US-Dollar (Juli 2026), jeweils Post-Money. Apptronik bezifferte die Series A-X auf das Dreifache der Series-A-Bewertung, ohne einen absoluten Wert zu nennen.

    Für Hexagon-Aktionäre ist AEON eher eine Option. Eine Serienreferenz in einem BMW-Werk wäre als Verkaufsargument gegenüber anderen europäischen Werken mehr wert als der Umsatz des Jahres 2026. Solange Hexagon keine Stückzahlen oder Segmentzahlen für Robotik veröffentlicht, fehlt jede Grundlage für eine Bewertung, und ROBOTNESS liefert keine Schätzung.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Die von Hexagon genannten Schlüsselkomponenten sind international, mit Aktoren von maxon aus der Schweiz, Rechenleistung von NVIDIA Jetson, Simulation in NVIDIA Omniverse, Trainingsinfrastruktur von Microsoft Azure. Sensorik und räumliche Software stammen von Hexagon selbst. Das bedeutet Abhängigkeit von US-Exportregeln für Rechenchips und von einer einzigen Aktorquelle.

    Für deutsche Zulieferer öffnet sich ein Feld bei Greifern, Aktoren, Getrieben, Sicherheitstechnik und Systemintegration. Die Leipziger Batteriemontage stellt hohe Anforderungen an Sicherheit und Qualität. Eine dort freigegebene Komponentenkombination dürfte schnell in weitere europäische Werke übertragen werden, und die Maschinenverordnung wird die Nachweisführung dafür ab 2027 verschärfen.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    31. Dezember 2026: Hexagons Termin für den Produktionseinsatz von AEON in Leipzig. Ein Verzug ins Jahr 2027 würde die These schwächen, dass BMW zwei Anbieter im Takt führen kann.

    20. Januar 2027: Die EU-Maschinenverordnung gilt verpflichtend. Zu beobachten ist, wie BMW oder Hexagon den Konformitätsweg für KI-gestützte Sicherheitsfunktionen beschreiben. Frühjahr 2027: BMWs Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2026 mit möglichen weiteren Partnern, Werken oder Stückzahlen.

  6. 06

    Analystensicht

    These: BMW baut ein Lieferantensystem für Humanoide auf, und der zweite Lieferant ist die eigentliche Nachricht. Zuversicht: mittel. Die Struktur aus zwei Anbietern, einem Datenmodell und einer zentralen Prüfinstanz ist durch BMW-Quellen belegt, Wirtschaftlichkeit und Ergebnisse des Leipziger Piloten sind dagegen nicht öffentlich.

    Mehr Zuversicht brächten ein dritter benannter Humanoiden-Partner, veröffentlichte Leipziger Leistungsdaten im Vergleich zu Spartanburg oder ein Serienauftrag. Weniger Zuversicht hieße es, wenn AEON nach 2026 in der Innovation Garage bliebe oder BMW sich auf einen Anbieter beschränkte.

  7. 07

    Offene Fragen

    An BMW: Welche Werte für Leistung, Verfügbarkeit und Kosten je Stunde muss ein Humanoide an der Münchner Prüfinstanz erreichen, um vom Piloten in die Serie zu wechseln, und wie verhalten sich die 72 Teile je Stunde aus Spartanburg zur Leistung eines Werkers an derselben Station?

    An Hexagon: Wie viele AEON sind derzeit bei Kunden im Pilotbetrieb, wie werden die KI-gestützten Sicherheitsfunktionen unter der Maschinenverordnung ab Januar 2027 zertifiziert, und gibt es einen zweiten Autokunden in Europa?