EU gibt SoftBanks 5,4-Milliarden-Dollar-Kauf von ABB Robotics frei: das 17-Fache des EBITDA für einen Körper der Roboter-KI
Die EU-Kommission hat am 11. März 2026 die Übernahme der ABB-Robotiksparte durch die SoftBank Group zu einem Unternehmenswert von 5,375 Mrd. USD im vereinfachten Verfahren genehmigt. Der Preis entspricht dem 17,2-Fachen des EBITDA 2024, während das im Januar von SoftBank finanzierte Skild AI mit mehr als dem 2,6-Fachen bewertet wurde. Ausstehend sind Genehmigungen in China und den USA, der Vollzug wird für Mitte bis Ende 2026 erwartet.

SoftBank zahlt für das Industrieroboter-Geschäft von ABB rund das 17-Fache des EBITDA aus dem Vorjahr, und das für eine Sparte, deren Ergebnis 2024 um fast ein Fünftel geschrumpft ist. Zwei Monate vor der Freigabe durch die EU-Kommission führte derselbe Investor eine Finanzierungsrunde an, in der das Robotik-Softwarehaus Skild AI mit mehr als dem 2,6-Fachen dieses Kaufpreises bewertet wurde.
Die Kommission genehmigte die Transaktion über 5,375 Mrd. USD am 11. März 2026 im vereinfachten Verfahren, 26 Tage nach der Anmeldung vom 13. Februar, wie aus der Entscheidung im Fall M.12248 hervorgeht. Brüssel war eine von drei Genehmigungen, die SoftBank bei Vertragsunterzeichnung nannte, neben China und den USA. Was SoftBank kauft und warum der Preis neben den gleichzeitig finanzierten Softwarebewertungen bescheiden wirkt, sagt viel darüber, wo Investoren den Wert in der Robotik inzwischen sehen. Für Europas Roboterbauer und ihre Kunden im Mittelstand verschiebt sich damit die Eigentümerlandkarte der Branche.
Den Preis bestimmt eine Sparte, die 2024 geschrumpft ist
SoftBank teilte am 8. Oktober 2025 mit, ABB werde die Robotiksparte in eine neue Holdinggesellschaft ausgliedern, deren Anteile eine SoftBank-Tochter vollständig für 5,375 Mrd. USD, rund 818,7 Mrd. Yen, übernimmt. Der Preis wird bei Vollzug wie üblich um Nettoumlaufvermögen und Nettoverschuldung angepasst. ABB erwartet nach Transaktionskosten einen Nettozufluss von etwa 5,3 Mrd. USD, einen nicht operativen Buchgewinn vor Steuern von rund 2,4 Mrd. USD, Separierungskosten von etwa 200 Mio. USD sowie transaktionsbedingte Steuerzahlungen von 400 bis 500 Mio. USD.
Die von SoftBank veröffentlichten Pro-forma-Zahlen zeigen die Richtung. Der Umsatz sank von 2.452 Mio. USD im Jahr 2023 auf 2.279 Mio. USD 2024, das EBITDA von 385 auf 313 Mio. USD. Nach ROBOTNESS-Berechnung entspricht das einem Umsatzrückgang von 7,1 Prozent und einem EBITDA-Rückgang von 18,7 Prozent, die Marge fiel von 15,7 auf 13,7 Prozent. ABB bezifferte nach eigener Rechnung den Spartenumsatz 2024 auf 2,3 Mrd. USD, 7 Prozent des Konzernumsatzes, bei einer operativen EBITA-Marge von 12,1 Prozent, rund 7.000 Beschäftigten und Sitz in Zürich. Der Unternehmenswert entspricht dem 2,36-Fachen des Umsatzes und dem 17,2-Fachen des EBITDA von 2024.
- Umsatz (pro forma, ungeprüft)
- 2452
- 2279
- EBITDA (pro forma, ungeprüft)
- 385
- 313
- EBITDA-Marge (%)
- 15,7
- 13,7
- Unternehmenswert / Umsatz (x)
- Keine Daten
- 2,36
- Unternehmenswert / EBITDA (x)
- Keine Daten
- 17,2
Umsatz und EBITDA aus der Mitteilung der SoftBank Group vom 8. Oktober 2025. ROBOTNESS-Berechnung: Marge = EBITDA / Umsatz; Multiplikatoren = Unternehmenswert 5.375 Mio. USD / Wert 2024. ABB selbst nannte für 2024 eine operative EBITA-Marge der Sparte von 12,1 Prozent, eine andere Kennzahl.
Stand: 1. Okt. 2026
Solche Multiplikatoren beschreiben ein reifes, zyklisches Maschinenbaugeschäft. Die Brüsseler Akte erklärt, warum die Prüfung ohne Reibung verlief.
Brüssel hat freigegeben, China und die USA stehen aus
Die Entscheidung C(2026) 1804 erging nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b der Fusionskontrollverordnung im vereinfachten Verfahren. Die öffentliche Fassung beschreibt die Parteien mit je einem Satz. SoftBank erscheint als börsennotierte Beteiligungsholding mit Technologiebeteiligungen und Tochtergesellschaften, die ABB Robotics Holdco 1 Ltd. als Gesellschaft, die Roboter entwickelt, herstellt, vertreibt und wartet. Marktabgrenzungen oder Marktanteile enthält der veröffentlichte Text nicht. Von der Unterzeichnung am 8. Oktober 2025 bis zur Brüsseler Freigabe vergingen 154 Tage.
China und die USA standen zu diesem Zeitpunkt noch aus. ABB bekräftigte bei der Vorlage der Jahreszahlen am 29. Januar 2026, der Verkauf stehe weiter unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und üblicher Vollzugsbedingungen und solle Mitte bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Im selben Bericht verbuchte ABB für 2025 sogenannte Stranded Costs von 123 Mio. USD im Zusammenhang mit dem Verkauf. Der Konzern steigerte 2025 den Auftragseingang um 17 Prozent auf 36,8 Mrd. USD und den Umsatz um 9 Prozent auf 33,2 Mrd. USD bei einer operativen EBITA-Marge von 19,0 Prozent. Für 2026 stellt ABB ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 9 Prozent in Aussicht. Die Spartenmarge von 12,1 Prozent im Jahr 2024 lag deutlich unter den 19,0 Prozent des Konzerns 2025, und darin liegt der Hintergrund der Entscheidung.
Warum ABB den Scheck dem Börsengang vorzog
ABB hatte eine Abspaltung der Sparte als eigenständig börsennotiertes Unternehmen vorbereitet und den Plan mit dem SoftBank-Angebot fallen gelassen. Das Unternehmen begründete den Schritt mit begrenzten geschäftlichen und technologischen Synergien sowie unterschiedlichen Nachfrage- und Marktmerkmalen. Verwaltungsratspräsident Peter Voser sagte, das Angebot spiegle die langfristigen Stärken der Sparte und schaffe sofort Wert. Konzernchef Morten Wierod verwies auf SoftBanks Fähigkeiten im Bereich KI. Die Division Machine Automation bleibt bei ABB und wird nach Angaben vom Oktober in den Geschäftsbereich Process Automation eingegliedert.
Für ABB-Aktionäre ist die Rechnung einfach. Für SoftBank hängt sie davon ab, was künftig in den Robotern steckt.
SoftBank sucht einen Körper für seine Robotersoftware
Masayoshi Son, Chairman und Chief Executive von SoftBank, ordnete den Kauf in seine Vision der Physical AI ein und kündigte an, künstliche Superintelligenz und Robotik zusammenzuführen. SoftBank nennt KI-Chips, KI-Roboter, KI-Rechenzentren und Energie als seine vier strategischen Säulen. Am 14. Januar 2026 führte der Konzern die Serie-C-Runde von Skild AI über 1,4 Mrd. USD an, die das Unternehmen nach eigenen Angaben mit über 14 Mrd. USD bewertete. NVentures, der Wagnisarm von Nvidia, Macquarie Capital und Bezos Expeditions beteiligten sich.
Der Mechanismus ist einfach. Ein universelles Robotermodell wie das von Skild lernt aus Daten realer Einsätze und verdient erst Geld, wenn es auf Maschinen läuft, denen Kunden bereits vertrauen. ABB Robotics bringt installierte Basis, Serviceorganisation und Fertigungskapazität mit. SoftBank kennt den umgekehrten Weg. Im Juni 2021 verkaufte der Konzern die Mehrheit an Boston Dynamics an die Hyundai Motor Group, bei einer Bewertung des US-Unternehmens von 1,1 Mrd. USD, und behielt über ein verbundenes Unternehmen 20 Prozent. Der ABB-Preis liegt beim 4,9-Fachen dieser Bewertung.
Was das für KUKA, NEURA und den Mittelstand bedeutet
ABB Robotics konkurriert bei Industrierobotern mit FANUC, Yaskawa Electric, KUKA und Kawasaki Heavy Industries, bei kollaborativen Robotern mit Universal Robots, das zum US-Testsystemhersteller Teradyne gehört. Mit NEURA Robotics, das im Januar 2025 eine Serie B über 120 Mio. Euro abschloss, wächst in Deutschland ein Herausforderer heran, der Hardware und KI aus einer Hand verspricht. Nach dem Vollzug wird ABB Robotics der einzige große Roboterarmhersteller unter Kontrolle eines Technologieinvestors sein. Für Maschinenbauer und Integratoren im Mittelstand, die auf ABB-Steuerungen setzen, stellt sich damit die Frage, wie offen die Plattform künftig für Modelle anderer Anbieter bleibt.
ROBOTNESS-Analyse
SoftBank kauft ABB Robotics zu einem Industriemultiplikator, um seinen Wetten auf Robotersoftware einen Körper zu geben, und der Abstand zwischen beiden Preisen zeigt, wie viel mehr Investoren heute für Roboterintelligenz zahlen als für Roboterhardware.
Die Belege liegen in einem einzigen Quartal. SoftBank zahlt das 2,36-Fache des Umsatzes für einen profitablen Hersteller mit rund 7.000 Beschäftigten, während die Bewertungsuntergrenze des im Januar finanzierten Softwareunternehmens beim 2,6-Fachen des ABB-Unternehmenswerts liegt. Mobileye zahlte im Januar 900 Mio. USD für den Humanoiden-Entwickler Mentee Robotics, der Kundenpiloten für 2026 und Serienfertigung für 2028 anpeilt, ein Sechstel des ABB-Preises für ein Unternehmen ohne Serienumsatz.
- ABB Robotics
- Verkauf der ABB-Robotiksparte an die SoftBank Group (EU-Freigabe 2026-03-11)
- 2025-10-08
- 5375
- 5.375
- Unternehmenswert
- Skild AI
- Serie C unter Führung von SoftBank
- 2026-01-14
- 1400
- 14.000
- Post-Money, als Untergrenze ('über') angegeben
- Mentee Robotics
- Übernahme durch Mobileye, bar und in Aktien
- 2026-01-05
- 900
- 900
- Kaufpreis
- Apptronik
- Serie A-X Erweiterung
- 2026-02-11
- 520
- Keine Daten
- Bewertung nicht offengelegt
- Mind Robotics
- Serie A, gemeinsam geführt von Accel und Andreessen Horowitz
- 2026-03-11
- 500
- Keine Daten
- Bewertung nicht offengelegt
- LimX Dynamics
- Serie B
- 2026-02-02
- 200
- Keine Daten
- Bewertung nicht offengelegt
Zahlen wie von den Unternehmen auf eigenen Seiten veröffentlicht, nicht geschätzt. Die Bewertung von Skild AI ist eine Untergrenze ('über 14 Mrd. USD'). Im Text genanntes Verhältnis = Untergrenze Skild AI / Unternehmenswert ABB Robotics = 14.000 / 5.375 = 2,6-fach.
Stand: 1. Okt. 2026
Das stärkste Gegenargument lautet, der ABB-Preis spiegle den Rückgang der Sparte selbst und keinen allgemeinen Abschlag auf Hardware. Umsatz und EBITDA fielen 2024, und die Nachfrage nach Industrierobotern hängt an den Investitionen von Automobil- und Elektronikindustrie. So gelesen hat SoftBank einen fairen zyklischen Preis gezahlt, und der Vergleich mit Skild sagt mehr über die Stimmung am Wagniskapitalmarkt als über einen strukturellen Wandel.
Bull Case. Ein Vollzug in der zweiten Jahreshälfte 2026 verschafft SoftBank einen globalen Roboterarmhersteller als Träger für Foundation Models. Die Servicebeziehungen von ABB machen aus Modellfortschritten wiederkehrende Softwareerlöse, und die auf 13,7 Prozent gesunkene Marge hätte Erholungspotenzial.
Bear Case. Die Integration eines Herstellers ist operative Arbeit, die eine Beteiligungsholding in dieser Größenordnung selten geleistet hat. Bringen chinesische oder amerikanische Auflagen Verzögerungen, oder zögern Industriekunden wegen des neuen Eigentümers, könnte das Geschäft weiter schrumpfen, bevor die Softwarestrategie greift.
Signale, auf die es ankommt:
- Die Zahlen von ABB für das erste Quartal 2026 im April, mit Stranded Costs und Stand der Genehmigungen.
- Die Entscheidung der chinesischen Marktaufsicht vor dem angestrebten Vollzug Mitte bis Ende 2026.
- Die erste gemeinsame Produktankündigung nach dem Vollzug, die ein von SoftBank finanziertes Modell auf eine ABB-Steuerung bringt.
Offen bleibt, ob SoftBank ABB Robotics als Roboterarmhersteller führt, der KI zukauft, oder als Hardwarekanal für die selbst finanzierten Modelle. Die Antwort wird die erste Produktroadmap nach dem Vollzug geben.
- SoftBank Group übernimmt die Robotiksparte von ABB
- 5,375 Mrd. USD (rund 818,7 Mrd. Yen)
- Freigabe am 11. März 2026, Fall M.12248, vereinfachtes Verfahren
- 13. Februar 2026
- EU, China, USA
- Mitte bis Ende 2026
- 2.279 Mio. USD (pro forma)
- 313 Mio. USD (pro forma)
- 17,2-fach (ROBOTNESS-Berechnung)
- rund 2,4 Mrd. USD vor Steuern
Warum das wichtig ist
Mit der EU-Freigabe rückt die größte Robotiktransaktion des vergangenen Jahres dem Vollzug näher. Brüssel sieht kein Wettbewerbsproblem darin, dass ein KI-Investor einen der großen Industrieroboterhersteller besitzt, und die öffentliche Entscheidung enthält nicht einmal eine Marktabgrenzung. Das ist ein Präzedenzfall für künftige Verbindungen von Modellentwicklern und Hardwareherstellern in Europa.
Für die europäische Industrie verschiebt sich die Eigentümerstruktur. Eine Sparte mit Sitz in Zürich und rund 7.000 Beschäftigten wechselt zu einem japanischen Technologieinvestor. Integratoren und Maschinenbauer im deutschsprachigen Raum müssen klären, welche Software- und Datenregeln künftig für ABB-Steuerungen gelten.
Zudem setzt der Deal einen öffentlichen Preis für ein reifes Robotergeschäft, das 2,36-Fache des Umsatzes und das 17,2-Fache des EBITDA. Bei künftigen Abspaltungen europäischer Automatisierungssparten wird dieser Wert als Referenz dienen.
Wettbewerbsanalyse
KUKA ist der wichtigste europäische Wettbewerber im Industrieroboterbau, Universal Robots aus Dänemark der zentrale Gegner bei kollaborativen Robotern, unter dem Dach von Teradyne. FANUC und Yaskawa sind unabhängige, in Tokio notierte Hersteller ohne KI-Investor als Eigentümer. Keiner dieser Wettbewerber hat einen Eigentümer, der zugleich ein Robotik-Foundation-Model finanziert.
Kurzfristig ist die Bedrohung begrenzt, denn SoftBank braucht noch chinesische und amerikanische Genehmigungen und hat keine Technologie-Roadmap veröffentlicht. Mittelfristig könnte ABB Robotics Modelle aus dem SoftBank-Portfolio bündeln, für die Wettbewerber Partner bezahlen müssen. Das würde deren Softwaremargen unter Druck setzen.
NEURA Robotics verfolgt mit eigener KI und eigener Hardware einen integrierten Ansatz und dürfte gegenüber Kunden mit europäischer Eigentümerschaft argumentieren. Für KUKA und Universal Robots wird die Frage nach starken Modellpartnern dringlicher.
Bewertungskontext
Der Unternehmenswert von 5,375 Mrd. USD entspricht dem 2,36-Fachen des Pro-forma-Umsatzes 2024 von 2.279 Mio. USD und dem 17,2-Fachen des EBITDA von 313 Mio. USD. Auf Basis des EBITDA 2023 von 385 Mio. USD wären es 14,0-fach, gemessen am schwächeren Jahr wirkt der Preis also voller. Der erwartete Buchgewinn von rund 2,4 Mrd. USD lässt auf den Buchwert schließen, mit dem ABB die Sparte führte.
Gegenüber Wagniskapitalbewertungen desselben Quartals ist die Hardware günstig. Die Untergrenze von Skild AI mit über 14 Mrd. USD liegt beim 2,6-Fachen des ABB-Preises. Mind Robotics sammelte im März 500 Mio. USD in der Serie A ein, Apptronik im Februar 520 Mio. USD, Einzelrunden von jeweils rund einem Zehntel des ABB-Preises. Die zweite Referenz, die SoftBank aus eigener Erfahrung kennt, ist die Bewertung von Boston Dynamics mit 1,1 Mrd. USD im Jahr 2021.
ROBOTNESS schätzt keinen Wert für ABB Robotics unter SoftBank. Alle Angaben sind offengelegt oder aus offengelegten Zahlen berechnet.
Folgen für die Lieferkette
Ein Industrieroboter hängt an Präzisionsgetrieben, Servomotoren und Antrieben, Steuerungen und Sicherheitselektronik. Ein Eigentümerwechsel ändert diese Abhängigkeiten nicht über Nacht, und keine der Parteien hat Änderungen bei Beschaffung oder Fertigungsstandorten angekündigt.
Die von SoftBank genannten Genehmigungsräume EU, China und USA decken sich mit den Absatz- und Produktionsregionen des Geschäfts. China ist einer der wichtigsten Märkte für Industrieroboter und Heimat schnell wachsender lokaler Hersteller, die dortige Prüfung dürfte den Zeitplan am stärksten bestimmen.
Auf der Softwareebene wächst das Exposure. Foundation Models auf Robotern brauchen Rechenleistung an Bord, und SoftBank zählt KI-Chips zu seinen vier Säulen. Für europäische Zulieferer von Steuerungs- und Antriebstechnik stellt sich die Frage, wie stark künftige ABB-Plattformen auf Komponenten aus dem SoftBank-Umfeld ausgerichtet werden.
Worauf jetzt zu achten ist
Die Quartalszahlen von ABB im April dürften Stranded Costs und Genehmigungsstand aktualisieren. Wichtigste Hürde vor dem Vollzug Mitte bis Ende 2026 ist die chinesische Freigabe, mit oder ohne Auflagen.
Nach dem Vollzug zählen Personalentscheidungen an der Spitze von ABB Robotics, das erste Modell aus dem SoftBank-Portfolio auf ABB-Hardware und Aussagen zum Standort Zürich und zu den rund 7.000 Beschäftigten.
Drittes Signal sind Reaktionen der Wettbewerber. Vertiefen KUKA, FANUC oder Yaskawa binnen sechs Monaten nach Vollzug ihre Allianzen mit Modellentwicklern, behandelt der Markt SoftBanks Schritt als Bedrohung.
Analystensicht
These: SoftBank kauft einen reifen Roboterarmhersteller als Hardwarekanal für seine Wetten auf Robotersoftware, zu einem Preis, der sowohl den Rückgang der Sparte 2024 als auch die viel höhere Bewertung von Roboterintelligenz widerspiegelt.
Zuversicht: mittel. Vertragsbedingungen und EU-Entscheidung sind offengelegt, der Bewertungsabstand ist dokumentiert. Unbekannt ist der Integrationsplan. Keine Seite hat erklärt, wie SoftBank-Modelle in ABB-Produkte gelangen sollen, und die Prüfungen in China und den USA liefen zum Zeitpunkt der Brüsseler Entscheidung noch.
Was unsere Sicht ändern würde: Hält SoftBank ABB Robotics nach dem Vollzug bewusst auf Distanz zu seinem KI-Portfolio, oder verhängt China Auflagen, die Technologietransfer begrenzen, wäre dies eine gewöhnliche Finanzübernahme und keine strategische Wette.
Offene Fragen
An SoftBank: Welche Portfoliomodelle sollen im ersten Jahr nach dem Vollzug zu welchen Konditionen auf ABB-Steuerungen laufen? Bleiben Sitz und Management von ABB Robotics in Zürich?
An ABB: Was trieb den Rückgang des Sparten-EBITDA um 18,7 Prozent im Jahr 2024, und welcher Teil der Stranded Costs von 123 Mio. USD bleibt nach dem Vollzug bestehen?
An beide: Haben chinesische oder amerikanische Behörden Abhilfemaßnahmen verlangt, und gilt der Zeitplan Mitte bis Ende 2026 weiter? Bleibt die Steuerungsplattform offen für Modelle Dritter?