ROBOTNESS
Finanzierung4 Min. LesezeitROBOTNESS-RedaktionVereinigte Staaten

Skild AI sammelt 1,4 Milliarden Dollar unter Führung von Softbank ein und wird mit mehr als 14 Milliarden Dollar bewertet; Schneider Electric steigt als strategischer Investor ein

Das US-Unternehmen Skild AI, das ein einziges KI-Modell für viele Robotertypen entwickelt, hat am 14. Januar 2026 eine Series-C-Finanzierung über 1,4 Milliarden Dollar unter Führung der Softbank Group bekanntgegeben. Die Bewertung liegt nach Firmenangaben bei mehr als 14 Milliarden Dollar. Neben Nvidias Beteiligungsarm NVentures beteiligten sich unter anderem Macquarie Capital, Bezos Expeditions, LG und der französische Automatisierungskonzern Schneider Electric.

Zusammenfassung

Skild AI hat am 14. Januar 2026 den Abschluss einer Finanzierungsrunde der Series C über 1,4 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Angeführt wurde die Runde von der japanischen Softbank Group. Das 2023 gegründete Unternehmen beziffert seine Bewertung auf mehr als 14 Milliarden Dollar und setzt damit einen öffentlichen Preis für Firmen, die Roboterintelligenz verkaufen und keine eigenen Roboter.

Der Sprung ist beträchtlich. Im Juli 2024 hatte Skild eine Series A über 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar gemeldet. Gemessen daran hat sich der Wert binnen etwa anderthalb Jahren mehr als verneunfacht. Die neue Runde entspricht rund einem Zehntel der genannten Bewertung. Ob es sich um eine Bewertung vor oder nach dem Geldzufluss handelt, wie hoch ein möglicher Anteil an Zweitmarktverkäufen ist und welche Vorzugsrechte gelten, ließ das Unternehmen offen.

Der Investorenkreis verbindet Finanz- und Industriekapital. Neben Softbank nennt Skild NVentures, die Wagniskapitaleinheit von Nvidia, sowie Macquarie Capital und Jeff Bezos über Bezos Expeditions. Die Altinvestoren Lightspeed, Felicis, Coatue und Sequoia Capital stockten auf. Als neue strategische Geldgeber kamen LG, Schneider Electric, der US-Klinikbetreiber CommonSpirit und Salesforce Ventures hinzu. Weitere Namen auf der Liste sind Disruptive, 1789 Capital, IQT, TF Capital, Andra Capital, Palo Alto Growth Capital, Alpha Square, Mirae Asset und Destiny.

Skild verfolgt nach eigener Darstellung eine körperübergreifende Intelligenz. Das Modell Skild Brain soll als einheitliches Fundamentmodell Vierbeiner, Humanoide, Tischroboterarme und mobile Manipulatoren steuern, ohne vorab auf eine bestimmte Hardware zugeschnitten zu sein, und sich über Aufgaben und Maschinen hinweg verallgemeinern lassen. Damit grenzt sich Skild von Humanoid-Herstellern wie Figure AI, Apptronik oder 1X ab, die Modelle für ihre eigenen Roboter trainieren.

Technisch beruht der Anspruch auf Daten. Skild speist sein Modell nach eigenen Angaben aus vier Quellen, nämlich großskaliger Simulation mit synthetischer Erfahrung, Internetvideos von Menschen bei der Arbeit, Fernsteuerungsdaten, die Kamerabilder mit Gelenkbewegungen verknüpfen, und Daten aus Robotereinsätzen bei Kunden. Simulation und Video liefern billig Breite, während Teleoperation und Feldeinsätze die knappen, physikalisch exakten Beispiele beisteuern, mit denen ein Modell lernt, wie sich ein bestimmter Motor bewegen muss.

Das frische Kapital will Skild nach eigenen Worten nutzen, um alle vier Datenquellen massiv auszubauen und Grundlagenforschung zu Modellarchitekturen, Lernalgorithmen und Datenerhebung zu finanzieren. Ziele für Personal, Rechenbudget oder einen Zeitplan für neue Modellversionen nannte das Unternehmen nicht.

Erste Umsätze kann Skild vorweisen. Der Umsatz sei 2025 binnen weniger Monate von null auf rund 30 Millionen Dollar gestiegen, mit Einsätzen in Sicherheitsdiensten, Bau, Zustellung, Rechenzentren, Lagerhäusern und Fabrikmontage. Kundennamen und den Anteil wiederkehrender Erlöse veröffentlichte das Unternehmen nicht.

Skilds Series C im Vergleich mit großen Finanzierungsrunden anderer Roboterfirmen
  • Skild AI
    Runde
    Series C
    Bekanntgabe
    2026-01-14
    Betrag (Mio. USD)
    1400
    Bewertung (Mrd. USD)
    14
    Eigene Roboter
    Nein
  • Skild AI
    Runde
    Series A
    Bekanntgabe
    2024-07-09
    Betrag (Mio. USD)
    300
    Bewertung (Mrd. USD)
    1,5
    Eigene Roboter
    Nein
  • Figure AI
    Runde
    Series C
    Bekanntgabe
    2025-09-16
    Betrag (Mio. USD)
    1000
    Bewertung (Mrd. USD)
    39
    Eigene Roboter
    Ja
  • Apptronik
    Runde
    Series A-X (Erweiterung)
    Bekanntgabe
    2026-02-11
    Betrag (Mio. USD)
    520
    Bewertung (Mrd. USD)
    Keine Daten
    Eigene Roboter
    Ja
  • 1X Technologies
    Runde
    Series B
    Bekanntgabe
    2024-01-13
    Betrag (Mio. USD)
    100
    Bewertung (Mrd. USD)
    Keine Daten
    Eigene Roboter
    Ja
  • Physical Intelligence
    Runde
    Series B
    Bekanntgabe
    2025-11-20
    Betrag (Mio. USD)
    Keine Daten
    Bewertung (Mrd. USD)
    Keine Daten
    Eigene Roboter
    Nein

Beträge und Bewertungen laut Angaben der Unternehmen oder Lead-Investoren; null, wo nicht veröffentlicht. Die Series-C-Bewertung von Skild wurde mit mehr als 14 Mrd. Dollar angegeben und ist als Untergrenze eingetragen. Bewertungssprung = 14 / 1,5 = etwa 9,3. Umsatzmultiplikator im Text = 14.000 / 30 (Mio. USD) = etwa 467.

Stand: 1. Okt. 2026

Der Vergleich mit anderen kapitalstarken Roboterfirmen zeigt, wie Investoren Software bepreisen. Figure AI meldete im September 2025 eine Series C über 1 Milliarde Dollar bei einer Bewertung von 39 Milliarden Dollar nach dem Geldzufluss, baut aber Roboter und Fertigung selbst. Apptronik schloss am 11. Februar 2026 eine Erweiterung seiner Series A über 520 Millionen Dollar ab, womit die Series A insgesamt mehr als 935 Millionen Dollar erreichte, zum Dreifachen des ursprünglichen Preises. Physical Intelligence, der engste Software-Rivale, schloss im November 2025 eine von CapitalG angeführte Series B ab, ohne dass Konditionen bekannt wurden.

Für Europas Industrie ist vor allem die Beteiligung von Schneider Electric bemerkenswert. Ein großer europäischer Anbieter von Fabrik- und Gebäudeautomatisierung sichert sich damit Zugang zu einer Software-Schicht, die künftig über die Steuerung ganz unterschiedlicher Roboter entscheiden könnte. Für Roboterhersteller wie Kuka, ABB, Universal Robots oder Neura Robotics stellt sich die Frage, ob sie eigene Modelle entwickeln oder auf externe Gehirne zurückgreifen. Für den Mittelstand, der selten eigene KI-Teams finanzieren kann, könnte ein lizenzierbares Modell die Einstiegshürde für flexible Automatisierung senken.

Die Risiken liegen auf der Hand. Eine Bewertung von rund dem 470-Fachen des Umsatzes 2025 lässt kaum Spielraum für ein langsames Wachstum. Unabhängige Belege dafür, dass ein einziges Modell bei Sicherheit und Zuverlässigkeit besser abschneidet als hardwarespezifische Systeme, fehlen bislang. Für den europäischen Markt kommt hinzu, dass lernende Robotersteuerungen die Anforderungen der Maschinenverordnung erfüllen müssen.

ROBOTNESS-Analyse

Die Series C von Skild macht das Robotergehirn zu einer eigenen Anlageklasse, doch der Preis setzt voraus, dass Roboterhersteller Intelligenz einkaufen statt sie selbst zu bauen.

Für diese These spricht die Gesellschafterliste. Softbank, Nvidia und ein Dutzend Finanzinvestoren zahlten mehr als das Neunfache des Preises von 2024 für ein Unternehmen, dessen Produkt ein Modell und kein Roboter ist, und Industriekonzerne wie LG und Schneider Electric sicherten sich Anteile an der Software-Schicht, bevor diese ausgereift ist.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass sich in der Robotik bislang die vertikale Integration durchsetzt. Figure, Tesla und die führenden chinesischen Humanoid-Hersteller trainieren Modelle auf ihren eigenen Flotten und haben wenig Anlass, Steuerung und Daten einem externen Anbieter zu überlassen.

Positives Szenario. Wächst der Umsatz von zuletzt rund 30 Millionen Dollar weiter rasch und läuft Skild Brain auf Armen und Vierbeinern vieler Hersteller, wird Skild zur Standardschicht für kleinere Anbieter ohne eigene Modellteams. Das neue Kapital finanziert zudem Simulationsrechenleistung und Teleoperationsdaten, die Nachzügler kaum aufholen können.

Negatives Szenario. Offene Modelle von Chipherstellern und Forschungslaboren könnten Robotermodelle zur Massenware machen und Lizenzpreise drücken. Eine Bewertung beim mehr als 460-Fachen des Vorjahresumsatzes müsste dann über viele Jahre durch Wachstum gerechtfertigt werden, und spätere Investoren könnten niedrigere Preise oder Sonderkonditionen verlangen.

  • Erstes Halbjahr 2026: ob Skild zahlende Kunden oder Hardwarepartner über die im Januar genannten Branchen hinaus benennt.
  • Mai 2026: die Jahreszahlen der Softbank Group mit möglichen Angaben zu Größe und Bilanzierung der Skild-Beteiligung.
  • Im Lauf des Jahres 2026: Folgerunden bei Physical Intelligence und Humanoid-Herstellern, die zeigen, ob 14 Milliarden Dollar zum Maßstab werden.
Eckdaten
Bekanntgabe
14. Januar 2026
Runde
Series C, 1,4 Mrd. Dollar
Bewertung
Mehr als 14 Mrd. Dollar
Lead-Investor
Softbank Group
Weitere Investoren
NVentures (Nvidia), Macquarie Capital, Bezos Expeditions; Lightspeed, Felicis, Coatue, Sequoia Capital stockten auf
Neue strategische Investoren
LG, Schneider Electric, CommonSpirit, Salesforce Ventures
Gründung
2023
Umsatz 2025
Binnen Monaten von null auf rund 30 Mio. Dollar (Firmenangabe)
Vorherige Preisrunde
Series A, 300 Mio. Dollar bei 1,5 Mrd. Dollar Bewertung (Juli 2024)
Quellen
ROBOTNESS Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Die Runde versieht eine seit Jahren geführte Debatte mit einem Preisschild, nämlich ob sich Roboterintelligenz getrennt von der Hardware verkaufen lässt. Mehr als 14 Milliarden Dollar für einen Modellentwickler mit rund 30 Millionen Dollar Umsatz 2025 signalisieren, dass große Technologieinvestoren die Wertschöpfung künftig bei Daten und Modellen sehen und nicht beim Bau der Maschinen.

    Für Europas Maschinenbau ist das eine strategische Weichenstellung. Wenn sich ein externes Robotergehirn als Standard etabliert, droht klassischen Herstellern eine Rolle als austauschbare Hardwarelieferanten, ähnlich wie es der Autoindustrie bei Software und Bordelektronik droht. Umgekehrt eröffnet ein lizenzierbares Modell Mittelständlern ohne eigene KI-Abteilung den Zugang zu flexibler Automatisierung.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Engster Konkurrent ist Physical Intelligence, das im November 2025 eine von CapitalG angeführte Series B ohne veröffentlichte Konditionen abschloss. Beide verkaufen eine allgemeine Robotersteuerung, Skild betont aber die Steuerung sehr unterschiedlicher Körper vom Vierbeiner bis zum Humanoiden, während Physical Intelligence den Schwerpunkt auf Manipulation legt. Google DeepMind und Nvidia sind Plattformrivalen, deren Robotermodelle Hersteller zu geringen Kosten übernehmen können.

    Die zweite Front bilden vertikal integrierte Humanoid-Hersteller. Figure AI, im September 2025 mit 39 Milliarden Dollar bewertet, trainiert eigene Modelle auf eigenen Robotern, Apptronik und 1X verfahren ähnlich. In Europa verfolgt Neura Robotics ebenfalls einen integrierten Ansatz. Kunden werden solche Firmen für Skild nur, wenn ihre Eigenentwicklungen zurückfallen.

  3. 03

    Bewertungskontext

    Auf Basis der Firmenangaben stieg die Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar im Juli 2024 auf mehr als 14 Milliarden Dollar im Januar 2026, ein Faktor von etwa 9,3. Gegenüber rund 30 Millionen Dollar Umsatz 2025 ergibt sich ein Multiplikator von etwa 467, weit über dem Niveau börsennotierter Automatisierungskonzerne und eher im Bereich führender KI-Modellentwickler.

    Das Volumen von 1,4 Milliarden Dollar entspricht etwa 10 Prozent der genannten Bewertung, eine übliche Verwässerung für eine späte Privatrunde. Da offen bleibt, ob die Bewertung vor oder nach dem Geldzufluss gilt und welche Vorzugsrechte bestehen, kann der wirtschaftliche Einstiegspreis unter der Schlagzeile liegen.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Skilds wichtigste Vorprodukte sind Rechenleistung und Daten, nicht Bauteile. Die Beteiligung von Nvidia über NVentures bindet das Unternehmen an den GPU-Anbieter, dessen Simulations- und Trainingswerkzeuge die meisten Roboterentwickler nutzen. Teleoperationsanlagen und Feldroboter sind die teuersten Datenquellen, strategische Investoren können Einsatzorte bereitstellen.

    Bei der Hardware ist Skild auf Arme, Vierbeiner und Humanoide Dritter angewiesen, deren Aktoren, Getriebe und Batterien überwiegend aus asiatischen Lieferketten stammen. Europäische Zulieferer von Präzisionsgetrieben, Sensorik und Antriebstechnik profitieren nur dann, wenn ein breiterer Robotereinsatz auch höhere Stückzahlen im Premiumsegment auslöst.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Erstes Signal ist die Offenlegung von Kunden. Im Januar nannte Skild nur Branchen; konkrete Verträge mit Logistik-, Bau- oder Rechenzentrumsbetreibern würden zeigen, ob die 30 Millionen Dollar wiederkehrend sind.

    Zweites Signal sind Partnergeräte. Bringen LG, Schneider Electric oder andere Investoren Maschinen mit Skild Brain auf den Markt, wäre der körperübergreifende Anspruch erstmals außerhalb der eigenen Labore belegt. Drittens zeigen Folgerunden bei Physical Intelligence, ob 14 Milliarden Dollar als Referenz dienen.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Skild hat sich die Größe erkauft, um zu den zwei oder drei unabhängigen Anbietern von Robotermodellen zu gehören, doch die Bewertung nimmt einen Lizenzmarkt vorweg, der in dieser Größe noch nicht existiert. Zuversicht mittel. Investorenliste, Umsatzanstieg und Datenstrategie sind belegt und schlüssig; fehlende Kundennamen, unabhängige Vergleichstests und Konditionen begrenzen die Überzeugung.

    Wir würden die Zuversicht erhöhen, sobald fremde Hardwarehersteller das Modell in Serienflotten bezahlt einsetzen, und senken, falls führende Humanoid-Hersteller bei Eigenentwicklungen bleiben, während offene Modelle von Nvidia und Google die Leistungslücke schließen.

  7. 07

    Offene Fragen

    Welcher Anteil der rund 30 Millionen Dollar Umsatz 2025 ist wiederkehrende Softwareerlöse, welcher stammt aus Pilotprojekten oder durchgereichter Hardware?

    Gilt die Bewertung von mehr als 14 Milliarden Dollar vor oder nach dem Geldzufluss, und enthielt die Runde Zweitmarktverkäufe oder strukturierte Bedingungen?

    Plant Schneider Electric, Skild Brain in eigene Automatisierungslösungen für europäische Fabriken einzubinden?