AgiBot baut den 10.000. Humanoiden und verdoppelt seine Stückzahl binnen 112 Tagen
Der Shanghaier Roboterhersteller AgiBot hat am 30. März 2026 nach eigenen Angaben seinen 10.000. humanoiden Roboter vom Band laufen lassen, 112 Tage nach der Meldung über Einheit 5.000. Das Unternehmen spricht von einer Vervierfachung des Tempos. Seine eigene Aufschlüsselung vom Dezember zeigt allerdings, dass nur rund ein Drittel der Flotte Roboter in voller Körpergröße sind.

Für die ersten 1.000 Roboter brauchte AgiBot rund zwei Jahre. Die jüngsten 5.000 baute das Unternehmen in weniger als vier Monaten. Am 30. März 2026 meldete der Hersteller aus Shanghai, dass sein 10.000. humanoider Roboter die Fertigung verlassen habe. Seit der Mitteilung über die 5.000. Einheit am 8. Dezember 2025 waren 112 Tage vergangen. Damit gehört AgiBot weltweit zu den ersten Humanoid-Herstellern mit einer fünfstelligen Stückzahl.
Die Stückzahl ist in der Humanoidbranche die einzige Kennzahl, die sich schwer schönen und leicht vergleichen lässt. Falsch lesen lässt sie sich trotzdem. Was AgiBot als Humanoiden zählt, wohin die Maschinen gehen und was sie einbringen, entscheidet darüber, ob die 10.000 den Beginn eines Industriemarkts markieren oder einen gut finanzierten Kapazitätsaufbau vor der Nachfrage. Für europäische Automobilhersteller und Zulieferer, die Humanoide bisher vor allem in Pilotprojekten erproben, ist die Antwort mehr als eine Fußnote.
Firmenangaben und Kalender zeigen dasselbe Tempo
AgiBot teilte mit, die ersten 1.000 Einheiten hätten etwa zwei Jahre gedauert, der Schritt von 1.000 auf 5.000 rund ein Jahr und die letzten 5.000 drei Monate, eine Beschleunigung um das Vierfache. ROBOTNESS zählt zwischen den beiden Mitteilungen 112 Tage für 5.000 Einheiten, im Schnitt 44,6 Roboter pro Tag. Auf ein volles Jahr hochgerechnet entspricht das etwa 16.300 Einheiten. Modell, Werk und Kunden des 10.000. Roboters nannte das Unternehmen nicht.
- 5.000
- 2025-12-08
- Keine Daten
- Keine Daten
- Keine Daten
- 10.000
- 2026-03-30
- 112
- 5000
- 44,6
- 15.000
- 2026-06-28
- 90
- 5000
- 55,6
Quelle: AgiBot-Mitteilungen vom 8. Dezember 2025, 30. März 2026 und 28. Juni 2026. Gezählt werden die Tage zwischen den Meldungen, die ROBOTNESS als Näherung für die Fertigungsdaten verwendet. Einheiten pro Tag = zusätzliche Einheiten / Tage. Marken offengelegt, abgeleitete Spalten von ROBOTNESS berechnet, keine Schätzungen.
Stand: 1. Okt. 2026
Peng Zhihui, Mitgründer, Präsident und Technikchef, erklärte in der Mitteilung, die Zahl zeige einen grundlegenden Wandel in der Fähigkeit des Unternehmens zu skalieren, die Nachfrage habe sich von der technischen Validierung zu großvolumigem kommerziellem Einsatz verschoben. Ein erheblicher Teil der 10.000 Einheiten sei bereits in Logistik, Einzelhandel, Hotellerie, Bildung und Fertigung im Einsatz, verkauft werde in Europa, Nordamerika, Japan, Südkorea, Südostasien und im Nahen Osten. AgiBot verwies zudem auf Branchenanalysten, die das Unternehmen 2025 als weltweit größten Humanoid-Lieferanten führten. In einer späteren Mitteilung nannte AgiBot dafür Omdia als Quelle, mit 5.168 ausgelieferten Einheiten und einem Weltmarktanteil von 39 Prozent.
Das Tempo hielt. Am 28. Juni 2026 meldete AgiBot den 15.000. Roboter, einen Genie G2, der in der Qualitätsprüfung einer Tablet-Fertigung arbeitet. Das war 90 Tage nach der 10.000er-Marke, nach derselben Methode 55,6 Einheiten pro Tag. Aufschlussreicher ist jedoch die Aufschlüsselung, die das Unternehmen bei 5.000 Einheiten veröffentlicht hatte.
Nur ein Drittel der Flotte hat volle Körpergröße
Als AgiBot im Dezember die Marke von 5.000 überschritt, nannte es Zahlen je Baureihe. Auf die A-Serie in voller Größe entfielen 1.742 Einheiten, auf die halbgroße X-Serie 1.846 und auf die aufgabenoptimierte Genie-G-Serie für Fabriken, Logistik und Dienstleistungen 1.412. Der Anteil voller Größe lag damit bei 34,8 Prozent. Die Märzmitteilung führte ein breiteres Sortiment auf, darunter A3, A2 Ultra, A2 Lite und A2-W, X1 und X2, G2 und G1, die vierbeinigen D1-Modelle, den Reinigungsroboter C5, die Roboterhand OmniHand und ein VR-Teleoperationsset. Ob Vierbeiner und Reinigungsroboter in den 10.000 enthalten sind, blieb offen. Die Dezemberzählung erreichte 5.000 allein mit den Baureihen A, X und G.
- A-Serie (volle Größe)
- 1742
- 34,8
- X-Serie (halbe Größe)
- 1846
- 36,9
- Genie-G-Serie (aufgabenoptimiert)
- 1412
- 28,2
- Gesamt
- 5000
- 100
Quelle: AgiBot-Mitteilung vom 8. Dezember 2025. Anteil = Einheiten der Baureihe / 5.000. Offengelegte Zahlen, keine Schätzungen. Eine spätere Aufteilung wurde nicht veröffentlicht.
Stand: 1. Okt. 2026
AgiBot wurde 2023 gegründet und wird von Gründer, Chairman und Vorstandschef Deng Taihua geführt. Auf der CES in Las Vegas stellte sich das Unternehmen am 5. Januar 2026 erstmals dem US-Markt vor, mit den Baureihen A2, X2, G2 und D1, und bietet unter dem Namen "Powered by AgiBot" Partnern Anpassungen von Hardware, Software und Algorithmen an. Auf seiner Partnerkonferenz am 17. April gab AgiBot an, der Umsatz 2025 habe eine Milliarde Yuan überschritten, wie ROBOTNESS damals berichtete. Margen und Ergebnis veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Nach Größe bereinigt schrumpft der Vorsprung
- AgiBot
- CN
- Kumuliert gefertigte Humanoide
- 10.000
- 2026-03-30
- Unternehmensmitteilung
- AgiBot
- CN
- Auslieferungen 2025
- 5.168
- 2025-12-31
- Omdia, zitiert von AgiBot
- UBTech Robotics
- CN
- Verkaufte Humanoide voller Größe 2025
- 1.079
- 2025-12-31
- HKEX-Pflichtmitteilung
- UBTech Robotics
- CN
- Verkaufte Humanoide voller Größe, 1. Halbjahr 2026
- 921
- 2026-06-30
- HKEX-Pflichtmitteilung
- UBTech Robotics
- CN
- Jahreskapazität volle Größe zum Jahresende (mehr als)
- 6.000
- 2025-12-31
- HKEX-Pflichtmitteilung
- Figure AI
- US
- Ausgelieferte Figure 03 (mehr als)
- 350
- 2026-04-29
- Unternehmensmitteilung
- 1X Technologies
- US
- NEO-Jahreskapazität Hayward (bis zu)
- 10.000
- 2026-04-30
- Unternehmensmitteilung
- Tesla
- US
- Auslegung Optimus-Linie Fremont pro Jahr
- 1.000.000
- 2026-04-22
- Aktionärsbrief
Von ROBOTNESS auf Primärquellen geprüfte Daten, Stand 1. Oktober 2026. Gefertigte Einheiten, verkaufte Einheiten und Kapazität sind unterschiedliche Größen und entsprechend gekennzeichnet. Abgeleitet: AgiBot-Auslieferungen 2025 / UBTech-Verkäufe volle Größe 2025 = 5.168 / 1.079 = 4,8; A-Serie kumuliert bei 5.000 / UBTech 2025 = 1.742 / 1.079 = 1,6; Weltmarkt 2025 = 5.168 / 0,39 = rund 13.250.
Stand: 1. Okt. 2026
Am besten vergleichbar ist UBTech Robotics. Der in Hongkong notierte Hersteller meldete für 2025 den Verkauf von 1.079 Humanoiden in voller Größe und für das erste Halbjahr 2026 von 921, bei einer Kapazität von mehr als 6.000 Einheiten zum Jahresende. AgiBots von Omdia ermittelte Auslieferungen 2025 von 5.168 Einheiten entsprechen dem 4,8-Fachen. Zählt man nur Maschinen voller Größe, kommt AgiBot mit 1.742 seit 2023 gebauten A-Serien-Robotern auf das 1,6-Fache dessen, was UBTech allein 2025 verkaufte. In den USA meldete Figure AI zum 29. April mehr als 350 ausgelieferte Figure 03, 1X nennt für sein Werk in Hayward eine Kapazität von bis zu 10.000 NEO pro Jahr, und Tesla legt seine Optimus-Linie in Fremont auf eine Million Einheiten jährlich aus, ohne Stückzahlen zu nennen. Teilt man 5.168 Einheiten durch 39 Prozent Marktanteil, ergibt sich für 2025 ein Weltmarkt von etwa 13.250 Humanoiden.
In Europa fehlt eine vergleichbare Stückzahl. NEURA Robotics aus Metzingen sicherte sich im Juni 2026 eine Series C von bis zu 1,4 Milliarden Dollar und bezifferte Auftragsbestand und Pipeline auf mehr als eine Milliarde Dollar, nannte aber keine Produktionsmengen. Der Abstand bei der Fertigungserfahrung wächst damit schneller als der bei der Finanzierung.
Warum der Modellmix die Wirtschaftlichkeit bestimmt
Ein halbgroßer Roboter hat kleinere Motoren und leichtere Gelenke als ein Zweibeiner in voller Größe und ist deutlich günstiger zu bauen. Eine Maschine in voller Größe braucht drehmomentstarke Aktoren in Hüfte und Knie, wo Getriebe, Motorwärme und Batteriegewicht Kosten und Zuverlässigkeit begrenzen. 10.000 Einheiten über drei Baureihen belegen, dass eine chinesische Lieferkette für Motoren, Getriebe, Batterien und Rechentechnik in Serie liefern kann. Sie belegen nicht, dass ein laufender Roboter eine volle Schicht am Band durchhält. Unter AgiBots acht Einsatzfeldern steht auch Datenerfassung für das Training, ein Teil der Roboter wird also gekauft, um Demonstrationsdaten für KI-Modelle zu sammeln, nicht um Arbeit zu ersetzen.
Was die Mitteilung offenlässt
Vom Band gelaufen heißt nicht verkauft. Gebaute, ausgelieferte und installierte Einheiten können auseinanderfallen. AgiBot nannte weder Preise noch Quartalsumsatz, weder eine Aufteilung nach Ländern noch Auslastungsdaten der Flotte im Einsatz. Diese Lücken wiegen schwerer als die runde Zahl, denn sie entscheiden, ob die nächsten 10.000 aus Folgeaufträgen der Industrie kommen oder aus Ausstellungen, Bildung und staatlich geförderten Trainingszentren.
ROBOTNESS-Analyse
AgiBots 10.000 belegen, dass China humanoide Roboter in Serie fertigen kann, doch bei rund zwei Dritteln halbgroßer oder aufgabenspezifischer Modelle sind sie noch kein Beleg für einen Massenmarkt für Fabrik-Humanoide in voller Größe.
Die Belege liefert das Unternehmen selbst. Die Tagesleistung stieg zwischen März und Juni von 44,6 auf 55,6 Einheiten, die Fertigung ist also real. Die einzige veröffentlichte Aufteilung weist aber nur 34,8 Prozent volle Größe aus, und der einzige börsennotierte Wettbewerber mit Verkaufszahlen nach Größe, UBTech, setzte 2025 1.079 solcher Maschinen ab. Bei gleicher Abgrenzung beträgt der Vorsprung das 1,6-Fache, nicht das 4,8-Fache.
Das stärkste Gegenargument lautet, der Mix sei Strategie und keine Schwäche. Kleinere und aufgabenspezifische Roboter verkaufen sich heute, tragen den Milliardenumsatz von 2025 und liefern Felddaten für die eigenen Modelle. Wenn die Fabriknachfrage kommt, ist das große Modell A3 entsprechend weiter.
Positivszenario. Industriekunden wie die im April genannte Elektronikfertigung gehen vom Pilotprojekt zu Folgeaufträgen über, der Anteil voller Größe steigt über die Hälfte, und AgiBot erreicht vor einem Börsengang mit testierten Margen eine profitable Größe.
Negativszenario. Die Stückzahlen steigen weiter, landen aber in Showrooms, Klassenzimmern und subventionierten Trainingshallen. Unitree und andere drücken in denselben Preisklassen die Preise, und die Stückzahl wächst schneller als der Umsatz.
Drei Signale, auf die es ankommt:
- Ein Börsenantrag von AgiBot, der erstmals testierte Absatzzahlen, Durchschnittspreise und Margen offenlegen würde.
- Der 31. Dezember 2026 als Frist für die Einsatzorte des Trainingsprogramms von MIIT und SASAC, der zeigt, wie viel Nachfrage der Staat selbst schafft.
- Die Jahreszahlen 2026 von UBTech, fällig bis 31. März 2027, der sauberste öffentliche Maßstab für Humanoide in voller Größe.
- 10.000. humanoider Roboter vom Band, 30. März 2026, Shanghai
- 5.000. Einheit, 8. Dezember 2025
- 112 Tage (Zählung von ROBOTNESS zwischen den Mitteilungen)
- 44,6 Einheiten pro Tag, hochgerechnet etwa 16.300 pro Jahr
- A-Serie 1.742, X-Serie 1.846, Genie-G-Serie 1.412
- 5.168 Einheiten, 39 Prozent Weltmarktanteil (Omdia, zitiert von AgiBot)
- 15.000. Einheit, 28. Juni 2026, 90 Tage später
- China, Europa, Nordamerika, Japan, Südkorea, Südostasien, Naher Osten
Warum das wichtig ist
Stückzahlen sind der erste harte Beleg dafür, dass Humanoide das Prototypenstadium verlassen. AgiBot gehört zu den ersten nicht börsennotierten Herstellern, die eine fünfstellige Gesamtzahl mit einer datierten Reihe von Meilensteinen veröffentlichen. Investoren hatten bisher Finanzierungsrunden und Vorführungen als Anhaltspunkt; eine Tagesleistung von 44,6 Einheiten, im Juni bereits 55,6, ist eine Fertigungskennzahl, die sich mit jeder neuen Meldung überprüfen lässt.
Der zweite Grund ist der Modellmix. AgiBots Dezemberzahlen gehören zu den wenigen veröffentlichten Aufteilungen einer Humanoidflotte nach Größenklassen. Sie zeigen, dass das Volumen des Marktführers zu einem großen Teil auf halbgroßen und aufgabenoptimierten Maschinen beruht. Das sollte die Lesart jeder anderen Mengenangabe der Branche verändern, auch der vom chinesischen Industrieministerium später genannten Erwartung von 100.000 Embodied-AI-Geräten für 2026.
Für europäische Industrieunternehmen verschiebt sich damit die Frage. Ob China Humanoide in Serie bauen kann, ist beantwortet. Offen ist, wer sie bezahlt und zu welchen Preisen sie auf den Weltmarkt drängen, sobald die Inlandsnachfrage nicht mehr reicht.
Wettbewerbsanalyse
UBTech ist der am besten vergleichbare börsennotierte Wettbewerber und der einzige, der Verkäufe von Humanoiden in voller Größe in Pflichtmitteilungen ausweist, 1.079 Einheiten 2025 und 921 im ersten Halbjahr 2026, bei mehr als 6.000 Einheiten Jahreskapazität. UBTech konzentriert sich mit der Walker-S-Reihe auf Autowerke und Fabriken, die Stückzahl ist kleiner, aber fast vollständig volle Größe. AgiBots bereinigter Vorsprung von 1.742 zu 1.079 ist real, aber begrenzt.
Unitree, seit August 2026 am Shanghaier STAR Market notiert, verkauft große Mengen Vierbeiner und Humanoide an Forschung, Bildung und Unterhaltung und wies für 2025 einen Umsatz von 1.699,27 Mio. Yuan aus, ohne Humanoid-Stückzahlen. Im halbgroßen und im Forschungssegment konkurrieren AgiBot und Unitree direkt, dort dürfte der Preisdruck zuerst ankommen.
In Europa und den USA dominieren Kapazitätspläne. NEURA Robotics verweist auf eine Series C von bis zu 1,4 Milliarden Dollar und einen Auftragsbestand samt Pipeline von über einer Milliarde Dollar, Figure AI auf mehr als 350 ausgelieferte Figure 03 und den Einsatz im BMW-Werk Spartanburg, 1X auf bis zu 10.000 NEO pro Jahr. Bei gebauten und ausgelieferten Einheiten liegt AgiBot deutlich vor allen westlichen Wettbewerbern, die Zahlen veröffentlicht haben.
Bewertungskontext
AgiBot hat keine Bewertung veröffentlicht. Die beiden Finanzierungseinträge, die ROBOTNESS führt, eine Erweiterung der Series A vom 3. September 2024 und eine strategische Runde vom 1. August 2025, enthalten keine offengelegten Beträge. In Medien kursierende Bewertungen gelten für uns daher als nicht verifiziert.
Börsennotierte Vergleichswerte zeigen, was der Kapitalmarkt für chinesisches Robotervolumen zahlt. Unitrees Ausgabepreis von 150,80 Yuan bewertete das Unternehmen mit rund 60,99 Mrd. Yuan, laut Börsenprospekt das 35,89-Fache des Umsatzes 2025, gegenüber 19,37 bei UBTech und 20,12 bei Dobot. AgiBots angegebener Umsatz von mehr als einer Milliarde Yuan liegt in derselben Größenordnung wie Unitrees 1,70 Mrd. und UBTechs 2,0 Mrd. Yuan.
Für die Bewertung zählt, dass Stückzahlen Volumen und Wert trennen. Ein Hersteller, dessen Flotte zu zwei Dritteln aus kleineren Robotern besteht, sollte je Einheit weniger umsetzen als einer, der nur volle Größe verkauft. UBTech erlöste 2025 im Schnitt rund 760.000 Yuan je Humanoid in voller Größe. Solange AgiBot keine Umsätze je Baureihe nennt, bleibt der Umsatz je Einheit offen, und genau diese Zahl müsste ein Börsenprospekt liefern.
Folgen für die Lieferkette
Ein Takt von etwa 16.000 bis 20.000 Robotern pro Jahr verbraucht große Mengen aus vier Bauteilgruppen, nämlich rahmenlose Torquemotoren, Präzisionsgetriebe wie Wellgetriebe und Planetengetriebe, Batteriepacks und Edge-KI-Rechner. Maschinen in voller Größe brauchen die drehmomentstärksten Gelenke in Hüfte und Knie, halbgroße und aufgabenspezifische Modelle kommen mit kleineren Teilen aus, die chinesische Zulieferer längst in Serie für Automatisierung und Unterhaltungselektronik fertigen.
AgiBot nennt keine Lieferanten. Die Größenordnung betrifft aber chinesische Getriebe- und Aktorhersteller, die Humanoidlinien aufbauen, ebenso wie die Präzisionsgetriebe-Anbieter aus Japan und Europa, deren Produkte bei Industrierobotern bislang Maßstab sind. Beruht AgiBots Volumen überwiegend auf heimischen Teilen, wird die Kostenkurve für Humanoidgelenke künftig in China gesetzt, ein Signal für deutsche Wälzlager-, Getriebe- und Antriebsspezialisten, die auf das Segment setzen.
OmniHand und das VR-Teleoperationsset verweisen auf eine zweite Kette aus taktiler Sensorik und Datenerfassung. Datenerfassung für das Training ist eines von AgiBots acht Einsatzfeldern, ein Teil der Nachfrage entsteht also innerhalb des eigenen KI-Systems.
Worauf jetzt zu achten ist
Ein Börsenantrag wäre das aufschlussreichste Ereignis. Prospekte in Hongkong oder auf dem Festland verlangen testierte Absatzzahlen, Durchschnittspreise, Kundenkonzentration und Bruttomarge und würden zeigen, ob die Marken von 10.000 und 15.000 Einheiten entsprechenden Umsatz bringen.
Die Frist 31. Dezember 2026 im Sonderprogramm von MIIT und SASAC für das Praxistraining von Humanoiden wird zeigen, welcher Anteil der Nachfrage 2026 aus staatlich bestimmten Einsatzorten stammt. Geht ein großer Teil von AgiBots zweiter Jahreshälfte dorthin, stützt das das Negativszenario.
UBTechs Jahreszahlen 2026, fällig bis 31. März 2027, und die Jahresranglisten von Marktforschern wie Omdia zeigen, ob AgiBots Vorsprung hält und ob der Anteil voller Größe steigt. Für Europa ist außerdem relevant, ob AgiBot seine angekündigte Präsenz in Europa mit konkreten Industriekunden unterlegt.
Analystensicht
These. AgiBot fertigt in einem Tempo, das kein anderer Humanoid-Hersteller veröffentlicht hat, doch das Volumen ist auf kleinere und aufgabenspezifische Maschinen gewichtet. Die Marke bestätigt damit eher Chinas Lieferkette als eine Fabriknachfrage nach Humanoiden in voller Größe. Zuversicht mittel.
Mittel und nicht hoch, weil die Größenaufteilung nur einmal, im Dezember 2025, veröffentlicht wurde und sich der Mix seither zugunsten von A3 und Genie G2 verschoben haben kann. Dass der 15.000. Roboter ein G2 in der Tablet-Prüfung war, deutet auf wachsenden Industrieeinsatz. Dagegen stehen fehlende Preise, Umsätze je Einheit und Auslastungsdaten, sodass Vorführ- und Datenflotten die Zahl schönen könnten.
Unsere Sicht würde sich ändern, wenn Folgendes eintritt. Ein veröffentlichter Anteil voller Größe über 50 Prozent oder testierte Umsätze je Einheit nahe UBTechs rund 760.000 Yuan würden uns zum Positivszenario bewegen. Ein Prospekt mit hoher Abhängigkeit von staatsnahen Käufern oder Mietflotten würde uns zum Negativszenario führen.
Offene Fragen
Wie viele der 10.000 und 15.000 Einheiten waren A-Serien-Roboter in voller Größe, und wie hat sich der Anteil seit Dezember 2025 entwickelt?
Wie viele gebaute Roboter sind verkauft und fakturiert, wie viele stehen in Miet- oder Vorführflotten, wie viele dienen der eigenen Datenerfassung?
Wie hoch sind Durchschnittspreis und Bruttomarge je Baureihe?
In welchen Werken wird gefertigt, wie hoch ist die aktuelle Jahreskapazität, und welche Gelenkkomponenten kommen von außerhalb Chinas?
Wie viele Roboter sind in Europa im Einsatz, und gibt es dort zahlende Industriekunden?