AutoStore steigert Umsatz dank Nordamerika um 43 Prozent und schließt globalen Liefervertrag mit Amazon
Der norwegische Würfelspeicher-Hersteller AutoStore hat am 13. August 2026 für das zweite Quartal einen Umsatz von 192,1 Millionen Dollar gemeldet, 43,4 Prozent mehr als im Vorjahr, bei einem Auftragseingang von 217,6 Millionen Dollar. Mit Amazon wurde ein globaler strategischer Liefervertrag ohne Abnahmeverpflichtung geschlossen; dazu kommen ein Aktienrückkauf von bis zu 75 Millionen Dollar und eine Umsatzprognose von rund 700 Millionen Dollar für 2026.

AutoStore, norwegischer Hersteller robotischer Würfelspeicher, hat am 13. August 2026 für das zweite Quartal einen Umsatz von 192,1 Millionen Dollar gemeldet, 43,4 Prozent mehr als die 133,9 Millionen Dollar des Vorjahres. Der Auftragseingang stieg um 44,7 Prozent auf 217,6 Millionen Dollar. Zugleich machte das Unternehmen einen globalen strategischen Liefervertrag mit Amazon öffentlich.
Die Bruttomarge verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 72,2 Prozent. Das bereinigte EBITDA betrug 86,2 Millionen Dollar bei einer Marge von 44,9 Prozent, 2,7 Punkte weniger als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBIT lag bei 74,5 Millionen Dollar, eine Marge von 38,8 Prozent, die Cash Conversion stieg um 9,7 Punkte auf 84,1 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte 596 Millionen Dollar, 13 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt AutoStore einen Umsatz von rund 700 Millionen Dollar in Aussicht, nach eigenen Angaben etwa 30 Prozent mehr als die 539 Millionen Dollar von 2025. Der Verwaltungsrat genehmigte Aktienrückkäufe von bis zu 75 Millionen Dollar.
Der Amazon-Vertrag ist die Schlagzeile, doch AutoStore selbst zieht klare Grenzen. Das Unternehmen beschreibt ihn als globalen strategischen Liefervertrag, der den Rahmen für künftige Beschaffung festlegt, aber keine Abnahmeverpflichtungen enthält. Amazon kann also zu vorab vereinbarten Bedingungen AutoStore-Systeme kaufen, muss es aber nicht.
Nordamerika trug das Quartal. Von den 192 Millionen Dollar Umsatz entfielen laut Investorenpräsentation 141 Millionen auf Nordamerika, 40 Millionen auf Europa, Nahost und Afrika und 11 Millionen auf den asiatisch-pazifischen Raum. Nordamerika steht damit für rund 73 Prozent des Quartalsumsatzes.
Vorstandschef Mats Hovland Vikse sagte, das erste Halbjahr 2026 habe starke Ergebnisse und bedeutende strategische Fortschritte gebracht. AutoStore zählt rund 2.000 Systeme und rund 92.500 Roboter in 68 Ländern bei etwa 1.350 Kunden und hat in den vergangenen zwölf Monaten 14 neue Produkte und Funktionen eingeführt. Historisch gingen rund 55 Prozent der Verkäufe an Bestandskunden.
Das Prinzip ist schnell erklärt. Behälter werden ohne Gänge direkt übereinander in einem Rastergestell gestapelt. Batteriebetriebene Roboter fahren auf Schienen oben auf dem Raster, holen den benötigten Behälter heraus und bringen ihn an einen Port, an dem ein Mensch oder ein Roboterarm kommissioniert. Der Verzicht auf Gänge erlaubt deutlich mehr Lagerkapazität auf gleicher Fläche.
AutoStore verkauft überwiegend über Integrationspartner, statt ganze Standorte selbst zu errichten, daher die weit höhere Bruttomarge als bei Generalunternehmern. Symbotic, das komplette Kartonhandhabungssysteme für Walmart baut, wies im Quartal bis 27. Juni 22,3 Prozent Bruttomarge aus. Das KION-Segment Intelligent Automation Solutions meldete am 30. Juli 23 Prozent Umsatzwachstum, aber 40 Prozent weniger Auftragseingang. Teradynes Robotiksparte wuchs um 33 Prozent auf 100 Millionen Dollar.
Für Europa fällt der Kontrast zu KION auf. Während AutoStores Auftragseingang um 44,7 Prozent zulegte, ging er im Automatisierungssegment des Frankfurter Konzerns um 40 Prozent zurück. Das kann an Projektzyklen liegen, zeigt aber auch, dass modulare Würfelspeicher, die Integratoren in Bestandsgebäude einbauen, für Händler und Logistiker mit begrenzter Fläche attraktiver sein können als große Neubauprojekte. Für deutsche Mittelständler im Versandhandel und in der Ersatzteillogistik ist AutoStore über Integrationspartner zugänglich, doch das Wachstum findet derzeit vor allem in Nordamerika statt, wo EMEA mit 40 Millionen Dollar deutlich zurückliegt.
Die Risiken liegen in Regionenkonzentration und Marge. Wer rund 73 Prozent des Umsatzes in Nordamerika erzielt, ist US-Investitionszyklen und Zöllen ausgesetzt. Dass die bereinigte EBITDA-Marge trotz höherer Bruttomarge sank, deutet auf steigende Betriebskosten. Und der Amazon-Vertrag kann wenig oder keinen Umsatz bringen, falls Amazon nicht bestellt.
Als Nächstes folgen der Bericht zum dritten Quartal später im Jahr 2026, eine mögliche erste Amazon-Bestellung im neuen Rahmen und die Erfüllung der Jahresprognose von rund 700 Millionen Dollar.
- AutoStore
- Q2 2026
- 192,1
- USD
- 43,4
- 217,6
- Symbotic
- GJ-Q3 2026 (bis 27. Juni)
- 720,8
- USD
- 22
- Keine Daten
- Teradyne Robotics
- Q2 2026
- 100
- USD
- 33,3
- Keine Daten
- KION Intelligent Automation Solutions
- Q2 2026
- 861
- EUR
- 23
- 873
Angaben der Unternehmen. Wachstum Teradyne Robotics berechnet als 100 Mio. Dollar (Q2 2026) geteilt durch 75 Mio. Dollar (Q2 2025) minus 1. null bei nicht veröffentlichtem Auftragseingang. Keine Währungsumrechnung.
Stand: 1. Okt. 2026
ROBOTNESS-Analyse
AutoStore ist dank Nordamerika zu starkem Wachstum zurückgekehrt, und der Amazon-Rahmenvertrag ist eine Option auf künftiges Volumen, kein gebuchter Umsatz.
Die Belege liegen im Quartalsmix. Der Auftragseingang wuchs mit 44,7 Prozent schneller als der Umsatz, der Bestand baut sich also auf, und Nordamerika lieferte rund 73 Prozent der Erlöse. Der Rückkauf von bis zu 75 Millionen Dollar passt zur Cash Conversion von 84,1 Prozent.
Das stärkste Gegenargument lautet, dass die wichtigste Nachricht des Quartals unverbindlich ist. Amazon kann den Vertrag als Verhandlungsmaßstab gegenüber anderen Lieferanten nutzen oder nur auf Nischenstandorte anwenden.
Bull Case. Amazon bestellt 2027 im Rahmen des Vertrags, das Nordamerikawachstum bleibt über 40 Prozent, und AutoStore übertrifft die 700-Millionen-Prognose. Die Bruttomarge hält sich über 70 Prozent, die Betriebskosten normalisieren sich.
Bear Case. Amazon-Bestellungen bleiben aus, US-Lagerinvestitionen kühlen ab, und die bereinigte EBITDA-Marge sinkt weiter unter 44,9 Prozent. Der Markt bewertet AutoStore dann als gefährdete Ein-Regionen-Wachstumsgeschichte.
Signale:
- Zahlen zum dritten Quartal 2026, erwartet im November 2026, vor allem Nordamerikaumsatz und Auftragseingang
- Erste Amazon-Bestellung oder Standortnennung im Rahmen des Liefervertrags
- Erfüllung der Umsatzprognose von rund 700 Millionen Dollar für 2026, sichtbar Anfang 2027
- 13. August 2026
- 192,1 Mio. Dollar, plus 43,4 Prozent
- 217,6 Mio. Dollar, plus 44,7 Prozent
- 596 Mio. Dollar, plus 13 Prozent
- 72,2 Prozent (plus 3,4 Punkte)
- 86,2 Mio. Dollar, Marge 44,9 Prozent
- rund 700 Mio. Dollar Umsatz
- bis zu 75 Mio. Dollar
- globaler strategischer Liefervertrag ohne Abnahmeverpflichtung
- rund 2.000 Systeme, 92.500 Roboter, 68 Länder
Warum das wichtig ist
AutoStore ist der direkteste börsennotierte Indikator für die Nachfrage nach Ware-zur-Person-Lagerautomatisierung, und die Rückkehr zu über 40 Prozent Wachstum spricht dafür, dass Händler und Logistikdienstleister wieder investieren. Mit Amazon kommt ein strategischer Kunde hinzu, dessen Entscheidungen den gesamten Markt prägen.
Das Quartal zeigt zudem die Stärke des kapitalarmen Modells: hohe Bruttomarge, hohe Cash Conversion und genug Überschuss für einen Rückkauf bei gleichzeitigem Wachstum.
Wettbewerbsanalyse
Symbotic verkauft Komplettsysteme mit niedrigerer Marge, aber höherem Umsatz je Kunde. KIONs Automatisierungssegment hat die breiteste Reichweite, verlor aber 40 Prozent Auftragseingang. Ocado und chinesische Anbieter von Behälterrobotern konkurrieren um dieselbe Nachfrage.
AutoStores Burggraben ist die installierte Basis samt Partnerkanal, die Schwäche die Abhängigkeit von Partnern bei der Projektumsetzung und von Nordamerika beim Wachstum.
Bewertungskontext
AutoStores bereinigte EBITDA-Marge von 44,9 Prozent steht rund 13,2 Prozent bei Symbotic im dritten Geschäftsquartal gegenüber (95/720,8). Der Quartalsumsatz entspricht rund 26,6 Prozent desjenigen von Symbotic (192,1/720,8).
Der Rückkauf von 75 Millionen Dollar entspricht rund 10,7 Prozent des Prognoseumsatzes 2026 (75/700), der Nordamerikaanteil rund 73,4 Prozent (141/192).
Folgen für die Lieferkette
AutoStore überlässt den Aufbau der Standorte Integrationspartnern; Roboter, Raster und Behälter bilden die Hardware, Batterien und Antriebsmotoren sind Schlüsselkomponenten.
Wegen des hohen Nordamerikaanteils sind US-Zölle auf importierte Komponenten ein Risiko. Europäische Integratoren profitieren, wenn das Wachstum nach EMEA zurückkehrt, wo der Umsatz zuletzt bei 40 Millionen Dollar lag.
Worauf jetzt zu achten ist
Die Zahlen zum dritten Quartal zeigen, ob der Nordamerikaumsatz bei rund 141 Millionen Dollar je Quartal bleibt und der Auftragseingang weiter über dem Umsatz liegt.
Eine Nennung eines Amazon-Standorts mit AutoStore im neuen Rahmen würde den Vertrag in Umsatzsichtbarkeit verwandeln.
Analystensicht
These: Das Wachstum ist zurück und generiert Cash, die Amazon-Schlagzeile ist Option, nicht Umsatz. Zuversicht: mittel. Ergebnisse und Amazon-Bedingungen stammen aus AutoStores eigener Mitteilung und Präsentation; unsicher ist, ob Bestellungen folgen und die Nachfrage in Nordamerika anhält.
Für die kommenden zwei Quartale gewichten wir Auftragseingang und Auftragsbestand stärker als die Amazon-Nachricht.
Offene Fragen
Was erklärt den Rückgang der bereinigten EBITDA-Marge um 2,7 Punkte trotz höherer Bruttomarge?
Auf welche Amazon-Bereiche zielt der Rahmenvertrag, und wann könnten erste Bestellungen kommen?
Wie stark ist der Nordamerikaumsatz US-Zöllen auf importierte Komponenten ausgesetzt?