ROBOTNESS
MarktVereinigte Staaten

Teradynes Robotiksparte wächst um 33 Prozent auf 100 Millionen Dollar, KI-Testgeschäft verdoppelt Konzernumsatz

Teradyne hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1.329 Millionen Dollar erzielt, 104 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Robotiksparte mit Universal Robots und MiR trug 100 Millionen Dollar bei, nach 75 Millionen im Vorjahresquartal. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar Umsatz.

ROBOTNESS-Redaktion3 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Die Robotiksparte des US-Konzerns Teradyne, zu der der Cobot-Hersteller Universal Robots und der AMR-Anbieter MiR gehören, hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 100 Millionen Dollar erzielt. Das teilte Teradyne am 28. Juli 2026 mit. Im Vorjahresquartal waren es 75 Millionen Dollar, ein Plus von rund 33 Prozent. Der Gesamtkonzern verdoppelte seinen Umsatz im selben Zeitraum dank der Nachfrage aus dem Geschäft mit künstlicher Intelligenz mehr als.

Der Konzernumsatz erreichte 1.329 Millionen Dollar nach 651,8 Millionen ein Jahr zuvor, ein Plus von 104 Prozent. Auf Semiconductor Test entfielen 1.122 Millionen, auf Product Test 107 Millionen und auf Robotics 100 Millionen Dollar. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn lag bei 374,5 Millionen Dollar, das verwässerte Ergebnis je Aktie nach GAAP bei 2,38 Dollar und bereinigt bei 2,47 Dollar. Die Bruttomarge betrug 59,8 Prozent.

Für das dritte Quartal erwartet Teradyne einen Umsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar, ein GAAP-Ergebnis von 1,79 bis 2,09 Dollar je Aktie und bereinigt 1,85 bis 2,15 Dollar. Einen gesonderten Ausblick für die Robotik enthält die Mitteilung nicht.

Vorstandschef Greg Smith sagte, die Strategie, Test- und Robotikchancen vom Wafer bis zum KI-Rechenzentrum zu nutzen, habe ein weiteres Rekordquartal gebracht. Den Ausblick begründete er mit KI-bezogener Nachfrage und rasch steigenden Investitionen in Waferfertigungsanlagen.

Das Robotikergebnis ist bemerkenswert, weil die Sparte eine schwierige Phase hinter sich hat. Laut Teradyne betraf eine Restrukturierung der Robotik im ersten Quartal 2025 rund 150 Beschäftigte. Ein Jahr später liegt der Quartalsumsatz um ein Drittel höher, ein Hinweis darauf, dass auf den Stellenabbau eine Nachfrageerholung folgte.

Gleichzeitig schrumpft das Gewicht der Robotik im Konzern. Sie stand im zweiten Quartal 2026 für rund 7,5 Prozent des Umsatzes, nach rund 11,5 Prozent ein Jahr zuvor, weil das Testgeschäft für KI-Chips weit schneller wuchs. Teradyne ist heute in erster Linie ein KI-Testausrüster mit angehängter Robotikoption.

Universal Robots verkauft kollaborative Roboterarme, die in vielen Anwendungen ohne Schutzzaun neben Menschen arbeiten können, etwa bei Maschinenbeschickung, Palettierung und Montage. MiR baut autonome mobile Roboter, die Wagen und Paletten in Fabriken und Lagern bewegen. Teradyne beschreibt das Angebot als kollaborative und mobile Roboter für Fertigung und Lager in Unternehmen jeder Größe.

Unter den vier börsennotierten Automatisierungsanbietern, die im Sommer berichteten, ist Teradyne Robotics der kleinste. Symbotic meldete am 5. August einen Quartalsumsatz von 720,8 Millionen Dollar, AutoStore am 13. August 192,1 Millionen Dollar und das KION-Segment Intelligent Automation Solutions am 30. Juli 861 Millionen Euro. Mit 33 Prozent liegt Teradynes Robotikwachstum zwischen KIONs 23 und AutoStores 43,4 Prozent.

Für den deutschen Mittelstand ist die Entwicklung relevant, weil Cobots vor allem dort eingesetzt werden, wo Stückzahlen klein und Fachkräfte knapp sind, etwa an Werkzeugmaschinen und in der Montage. Steigende Umsätze bei Universal Robots deuten auf eine Belebung der Investitionen in kleine Automatisierungsprojekte hin. Europäische Konkurrenten wie Neura Robotics, KUKA mit seinen Leichtbaurobotern und Franka Robotics stehen damit wieder einem wachsenden Wettbewerber gegenüber, während chinesische Anbieter über den Preis angreifen.

Offen bleibt die Profitabilität. Die Mitteilung weist das operative Ergebnis der Robotik nicht separat aus, daher lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen, ob das Wachstum mit Margenverbesserung einherging. Preisdruck asiatischer Cobot-Hersteller bleibt ein strukturelles Risiko.

Der nächste Datenpunkt ist der Bericht zum dritten Quartal Ende Oktober 2026, der zeigt, ob die Robotik das Niveau von 100 Millionen Dollar hält.

Jüngste Quartalszahlen börsennotierter Anbieter von Lager- und Industrieautomatisierung
  • Teradyne Robotics
    Quartal
    Q2 2026
    Umsatz (Mio.)
    100
    Währung
    USD
    Wachstum ggü. Vorjahr (%)
    33,3
    Auftragseingang (Mio.)
    Keine Daten
  • Symbotic
    Quartal
    GJ-Q3 2026 (bis 27. Juni)
    Umsatz (Mio.)
    720,8
    Währung
    USD
    Wachstum ggü. Vorjahr (%)
    22
    Auftragseingang (Mio.)
    Keine Daten
  • AutoStore
    Quartal
    Q2 2026
    Umsatz (Mio.)
    192,1
    Währung
    USD
    Wachstum ggü. Vorjahr (%)
    43,4
    Auftragseingang (Mio.)
    217,6
  • KION Intelligent Automation Solutions
    Quartal
    Q2 2026
    Umsatz (Mio.)
    861
    Währung
    EUR
    Wachstum ggü. Vorjahr (%)
    23
    Auftragseingang (Mio.)
    873

Angaben der Unternehmen. Wachstum Teradyne Robotics berechnet als 100 Mio. Dollar (Q2 2026) geteilt durch 75 Mio. Dollar (Q2 2025) minus 1. null bei nicht veröffentlichtem Auftragseingang. Keine Währungsumrechnung.

Stand: 1. Okt. 2026

ROBOTNESS-Analyse

Teradyne Robotics hat sich auf 100 Millionen Dollar je Quartal erholt, verliert aber in einem vom KI-Test getriebenen Konzern an strategischem Gewicht, obwohl die Sparte wächst.

Der Beleg ist die Umsatzverschiebung. Robotik wuchs um rund 33 Prozent, der Konzern um 104 Prozent, der Anteil fiel von rund 11,5 auf rund 7,5 Prozent. Das Management ordnete die Robotik in die Geschichte des KI-Rechenzentrumsausbaus ein und positioniert sie damit eher als Begleitgeschäft denn als eigenständigen Wachstumsmotor.

Das stärkste Gegenargument lautet, dass ein sich erholender Cobot-Marktführer mit einem Drittel Wachstum für sich genommen wertvoll ist und ein viel größerer Teradyne-Konzern die Mittel hat, durch den Zyklus zu investieren.

Bull Case. Universal Robots und MiR wachsen weiter um mehr als 30 Prozent, KI- und Elektronikmontage werden zu neuen Absatzfeldern, und die Robotik schreibt wieder Gewinne. Teradyne gewinnt die Option, die Sparte abzuspalten oder an die Börse zu bringen.

Bear Case. Nach dem Wegfall leichter Vergleichsbasen flacht das Wachstum ab, asiatische Anbieter drücken die Preise, und die Aufmerksamkeit des Managements wandert ins weit größere Testgeschäft. Die Robotik wird zum Randgeschäft.

Signale:

  • Robotikumsatz im Bericht zum dritten Quartal Ende Oktober 2026 gegenüber 100 Millionen Dollar im zweiten Quartal
  • Ausweis eines Robotik-Betriebsergebnisses im 10-Q
  • Strategische Aussagen zur Robotik beim nächsten Investorentag
Eckdaten
Datum
28. Juli 2026
Konzernumsatz
1.329 Mio. Dollar, plus 104 Prozent
Robotikumsatz
100 Mio. Dollar (Q2 2025: 75 Mio.)
Robotikwachstum
rund 33 Prozent
Semiconductor Test
1.122 Mio. Dollar
Product Test
107 Mio. Dollar
Ergebnis je Aktie GAAP
2,38 Dollar (bereinigt 2,47)
Prognose Q3 2026
Umsatz 1,2 bis 1,3 Mrd. Dollar
Robotikanteil am Umsatz
rund 7,5 Prozent (Vorjahr rund 11,5)
Quellen
ROBOTNESS Intelligence
  1. 01

    Warum das wichtig ist

    Universal Robots ist eine der bekanntesten Cobot-Marken, und Teradynes Robotikumsatz ist eine der wenigen öffentlichen Quartalskennzahlen für den Cobot- und AMR-Markt. Ein Plus von 33 Prozent auf 100 Millionen Dollar spricht für eine Belebung kleiner Automatisierungsinvestitionen.

    Für Teradyne selbst ändert sich die Investmentstory. Bei rund 7,5 Prozent Umsatzanteil bestimmt der KI-Test den Aktienkurs.

  2. 02

    Wettbewerbsanalyse

    Im Cobot-Markt konkurriert Teradyne Robotics mit der kollaborativen Linie von FANUC, mit Doosan Robotics, europäischen Anbietern und zahlreichen chinesischen Herstellern, im AMR-Markt mit vielen Lagerrobotik-Firmen. Unter den im Sommer berichtenden börsennotierten Automatisierern ist die Sparte die kleinste.

    Stärke ist die installierte Basis und das Integratorennetz von Universal Robots, Schwäche der indirekte Vertrieb ohne Systembindung, wie sie Symbotic bei Walmart hat.

  3. 03

    Bewertungskontext

    100 Millionen Dollar Robotikumsatz entsprechen rund 13,9 Prozent des Symbotic-Quartalsumsatzes und rund 52,1 Prozent desjenigen von AutoStore (Teradyne-Robotikumsatz geteilt durch Quartalsumsatz des Wettbewerbers). Der Robotikanteil an Teradyne sank von rund 11,5 (75/652) auf rund 7,5 Prozent (100/1.329).

    Ohne ausgewiesenes Segmentergebnis bleibt jede separate Bewertung auf Umsatzmultiplikatoren angewiesen.

  4. 04

    Folgen für die Lieferkette

    Cobot-Arme benötigen kompakte Servomotoren, Präzisionsgetriebe und Gelenkencoder aus Japan, Europa und China. MiR-Roboter hängen an Lidar, Sicherheitsscannern und Batteriepacks.

    Für deutsche Zulieferer von Antriebstechnik und Sicherheitssensorik ist eine wachsende Universal-Robots-Nachfrage ein unmittelbarer Absatzhebel.

  5. 05

    Worauf jetzt zu achten ist

    Der Robotikumsatz im dritten Quartal zeigt Ende Oktober, ob 100 Millionen Dollar ein neues Niveau sind. Der 10-Q könnte ein Segmentergebnis enthalten.

    Zu beobachten ist auch, ob Teradyne die Robotik künftig mit Begriffen wie Partnerschaft, Abspaltung oder Verkauf beschreibt.

  6. 06

    Analystensicht

    These: Die Robotik hat sich erholt, rückt im Konzern aber strategisch an den Rand. Zuversicht: mittel. Die Umsatzzahlen stammen aus Teradynes Mitteilung, die Segmentprofitabilität ist dort nicht ausgewiesen.

    Ein zweites Quartal mit 100 Millionen Dollar würden wir als Bestätigung der Erholung lesen, Restrukturierungsankündigungen als Zeichen, dass das KI-Testgeschäft die Managementaufmerksamkeit bindet.

  7. 07

    Offene Fragen

    Ist die Robotiksparte bei 100 Millionen Dollar Quartalsumsatz profitabel?

    Welcher Anteil des Wachstums stammt aus Elektronik- und KI-Servermontage, welcher aus klassischer Fertigung?

    Sieht Teradyne die Robotik langfristig als Kerngeschäft oder als abtrennbares Asset?